mRNA-Impfstoff gegen Krebs wird bald an Patienten getestet

Die klinischen Studien, die Biontech noch dieses Jahr starten will, werden in Grossbritannien durchgeführt. Auf den Markt kommen soll das Vakzin vor 2030.

, 20. Februar 2023 um 12:40
image
Biontech Labor für individualisierte Krebsmedizin. | Biontech
Der deutsche Pharmakonzern Biontech treibt seine Krebsimpfungen auf mRNA-Basis voran. Die in Grossbritannien vereinbarten klinischen Studien an tausenden Patienten sollen noch in diesem Jahr starten. Das berichtete der «Spiegel».
Dafür werden nun die Impfstoffkandidaten, Krebsarten und Standorte ausgewählt. Mit den britischen Partnern will Biontech erreichen, dass das Verfahren schon bald Behandlungsalltag wird. Wie der Konzernchef Ugur Sahin gegenüber dem Nachrichtenmagazin sagte, glaube man daran, dass dies in grösserem Umfang für Patienten vor 2030 möglich sein werde.

Technik schreitet voran

Die Technik sei weit vorangeschritten. «So haben wir 2014 drei bis sechs Monate gebraucht, um einen individualisierten Krebsimpfstoff herzustellen, aktuell sind wir bei vier bis sechs Wochen», wird der Firmengründer zitiert. «Unser Ziel ist es, deutlich unter vier Wochen zu kommen.»
Ebenso gebe es vielversprechende Hinweise auf die Wirksamkeit, so Sahins Frau Özlem Türeci, Mitgründerin und Medizin-Vorstand von Biontech.

Mehrere Vakzine

Das Unternehmen erforscht derzeit mehrere mRNA-Krebsimpfstoffe. Für einige dieser Kandidaten gibt es Hinweise auf klinische Aktivität.
Dies bedeute, dass das Immunsystem aktiviert werde, sodass bei einem Teil der Patienten der Krebs sichtbar kleiner werde oder gar verschwinde. Auch Rückfälle sollen seltener werden, erklärt Türeci.
  • medikamente
  • krebs
  • biontech
  • impfstoff
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Medikamente: Tiefere Preise gefordert, höhere bewilligt

Politische Vorstösse verlangen Zurückhaltung bei Medikamentenpreisen. Gleichzeitig genehmigt das BAG Preiserhöhungen, um die Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln sicherzustellen.

image

Inselgruppe und PSI stärken Zusammenarbeit in der Augenonkologie

Ein neuer Kooperationsvertrag zwischen der Insel Gruppe und dem Paul Scherrer Institut ermöglicht Patienten mit Augentumoren eine schnellere und koordinierte Behandlung mittels Protonentherapie.

image

Das Kostenfolgemodell im Zentrum des Kostendämpfungspaket

Interpharma reagiert scharf auf die Veröffentlichung des Vernehmlassungsverfahrens zum Kostendämpfungspaket.

image
Ein Kommentar von Enea Martinelli

Arzneimittel: Vom Engpass in die Kostenfalle

Es mag oft zufällig wirken, wenn ein bestimmtes Medikament fehlt. Aber die Folgen haben System. Der Musterfall eines Herzmittels zeigt, wie am Ende die teuerste Lösung übrig bleibt.

image

Medikamente: Nationalrat lehnt einfachere Zulassung ab

Im Unterschied zum Ständerat will der Nationalrat nichts wissen von einer erleichterten Einfuhr patentabgelaufener Medikamente.

image

Medis im Ausland günstig kaufen? Vergiss es

Der Ständerat will nicht, dass Kosten gespart werden, indem der Kauf von Medikamenten im Ausland zulasten der Grundversicherung ermöglicht wird.

Vom gleichen Autor

image

Kinderspital verschärft seinen Ton in Sachen Rad-WM

Das Kinderspital ist grundsätzlich verhandlungsbereit. Gibt es keine Änderungen will der Stiftungsratspräsident den Rekurs weiterziehen. Damit droht der Rad-WM das Aus.

image

Das WEF rechnet mit Umwälzungen in einem Viertel aller Jobs

Innerhalb von fünf Jahren sollen 69 Millionen neue Jobs in den Bereichen Gesundheit, Medien oder Bildung entstehen – aber 83 Millionen sollen verschwinden.

image

Das Kantonsspital Obwalden soll eine Tochter der Luks Gruppe werden

Das Kantonsspital Obwalden und die Luks Gruppe streben einen Spitalverbund an. Mit einer Absichtserklärung wurden die Rahmenbedingungen für eine künftige Verbundlösung geschaffen.