Fusion: Neues Tumorzentrum in der Ostschweiz gegründet

Ehemalige Ärzte des Kantonsspitals St.Gallen schliessen sich mit weiteren Praxen zusammen. Sie gründen gemeinsam ein neues Unternehmen, das bereits 50 Mitarbeitende zählt.

, 25. März 2022, 08:03
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Thomas Ruhstaller arbeitete über 15 Jahre am KSSG, als Leitender Arzt Onkologie und Stellvertretender Chefarzt Brustzentrum (Bild: Brustzentrum Ostschweiz)
Anfang Juni 2022 nimmt in St.Gallen ein neues Tumorzentrum seinen Betrieb auf. Es ist ein Zusammenschluss der Praxen «Brustzentrum Ostschweiz», der Onkologie-Praxis «Vadiana» und des Tumor- und Brustzentrums «Zetup». Dies berichtet das «St.Galler Tagblatt» am Freitag.  
Durch die Fusion wird «das grösste private Tumorzentrum der Region geschaffen», steht auf der Webseite zu lesen. Geschäftsführer des neuen «Tumorzentrum Ostschweiz» ist Thomas Ruhstaller. Der ehemalige langjährige stellvertretende Chefarzt des Brustzentrums am Kantonsspital St.Gallen (KSSG) gründete 2019 das Brustzentrum Ostschweiz, gemeinsam mit drei weiteren KSSG-Ärzten. 

«Der allgemeine Onkologe ist ein Auslaufmodell»

Das neue Unternehmen wird an vier Standorten rund 15 Ärztinnen und Ärzte und insgesamt 50 Mitarbeitende beschäftigen. Es ist als Aktiengesellschaft organisiert und zieht ins Neudorf-Center (Fortimo-Gebäude) im Osten der Stadt St.Gallen ein. Zeitgleich eröffnet im selben Haus die Hirslanden-Klinik die Radiotherapie Stephanshorn.
Alle beteiligten Ärzte halten gleich viele Aktien, heisst es. Gemeinsam seien sie schlicht breiter aufgestellt und hätten damit andere Entwicklungsmöglichkeiten, sagt Ruhstaller der Zeitung. Die Onkologie verändere sich rasant, die Spezialisierung gehe in grossen Schritten voran. «Der allgemeine Onkologe ist längerfristig ein Auslaufmodell», sagt der Facharzt für Onkologie weiter. 

Eingriffe im Belegarzt-Modell bei Hirslanden

Die heutigen Standorte der Praxen Vadiana und Zetup werden nach dem Zusammenschluss weitergeführt. Vadiana, bislang am Spital Wattwil, führt ab April die Onkologie im Spitalgebäude als private Praxis weiter, ab Juni dann als Aussenstandort des neuen Tumorzentrums. Auch die heutigen Zetup-Standorte in Chur und Rapperswil-Jona bleiben dort und betreuen zudem das Spital Herisau onkologisch und brustmedizinisch.
Die meisten Patientinnen sind ambulant zu behandeln; Eingriffe werden in der Hirslanden-Klinik Stephanshorn im Belegarzt-Modell durchgeführt. Der Name des Unternehmens deutet auf Erweiterungspläne hin. Die Brustkarzinome machen gemäss Ruhstaller heute fast 50 Prozent der gesamten Tätigkeit der drei Praxen aus. In den anderen Bereichen gebe es durchaus noch Wachstumspotenzial, so der neue CEO des Tumorzentrums. 
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