Neuartige Kooperation von Spital und Apotheken

Das Kantonsspital Aarau und 31 Apotheken starten gemeinsam eine «Apotheke im Spital» – und gründen dafür eine AG. Sie soll auch die Notfallversorgung in der Region abdecken.

, 23. November 2016, 16:18
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Das Kantonsspital Aarau und 31 Apotheken aus der Region wagen eine neue Zusammenarbeit: die «Apotheke im Spital Aarau». 
Diese nimmt Ende Januar im Hauptgebäude des Kantonsspitals Aarau ihren Betrieb auf. 
Das Geschäft wird durch 31 Apotheken betrieben, welche sich dafür in einer eigenen AG zusammengeschlossen haben – der AISA AG («Apotheke im Spital Aarau AG»). Verwaltungsratspräsident ist Fabian Vaucher; er führt eine Offizinapotheke in Buchs und ist insbesondere bekannt als Präsident des Verbands Pharmasuisse.
Konkret geht es der neuen Apotheke um die Erstversorgung austretender Spitalpatienten. «Durch eine nahtlose und integrierte Patientenbetreuung von Spitaleintritt bis zur Entlassung und darüber hinaus ermöglichen wir eine umfassende Gesamtdienstleistung», sagt der CEO des Kantonsspitals, Robert Rhiner.

Schnittstelle zwischen Spital und Stammapotheken

Die neue Publikumsapotheke soll als Schnittstelle zwischen Spital und den nachversorgenden Stammapotheken fungieren. Dazu ist die «Apotheke im Spital Aarau» ins Netz der umliegenden Offizinapotheken eingebunden. Die Spitalpharmazie des KSA wiederum soll den ambulanten Patienten ihre spezialisierten Arzneimittel ebenfalls über die Publikumsapotheke besser zugänglich machen können. 
Ab Mitte 2017 übernimmt die «Apotheke im Spital Aarau» zudem den zentralisierten 24h-Notfalldienst für die Regionen Aarau, Lenzburg, Suhren- und unteres Wynental. Unter Zuschlag einer Notfallpauschale können dort nachts und an Sonn- und Feiertagen Medikamente und Medizinalprodukte bezogen werden. 

Neue Notfallregelung

Diese Notfallversorgung ersetzt die bisherige Regelung mit wochenweise alternierendem Notfalldienst in den Offizinapotheken der Region. 
«Die 24h-Notfallversorgung an zentralem Ort entspricht dem Bedürfnis von Patienten und Bevölkerung», kommentiert Fabian Vaucher die Pläne. «Sie müssen sich im Bedarfsfall nicht mehr zuerst erkundigen, welche Apotheke in der Region gerade Notfalldienst leistet.»
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