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Mit dem da Vinci schneller zu Hause

Anhand einer Datenanalyse konnte der Verweildauer-reduzierende Effekt von roboter-assistierter Chirurgie mit dem Da-Vinci-Operationssystem im Rahmen von radikalen Prostatektomien quantifiziert werden. Die massgeblich kürzere Dauer hat für den Patienten, wie auch für das Spital Vorteile.

, 19. Januar 2021 um 14:00
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Das da Vinci-System von Intuitive ist eine der führenden Technologien für des roboter-assistierten Operieren. Es wird in der Schweiz derzeit vor allem für radikale Prostatektomien eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete sind Operationen im Verdauungstrakt und Eingriffe an den weiblichen Geschlechtsorganen. Zudem wurden erste Erfahrungen mit Lobektomien gemacht. Mehr als 30 Schweizer Spitäler besitzen einen oder mehrere da Vinci-Systeme. Damit weist die Schweiz die höchste Dichte weltweit an robotisch-assistierten Chirurgiesystemen pro Kopf auf. Mittlerweile werden gut 70% aller radikalen Prostatektomien robotisch-assistiert durchgeführt.
Durch die genaue, Tremor ausgleichende Führung der Geräte und das hochauflösenden 3D-Bild soll weniger umgebendes Gewebe in Mitleid gezogen werden. Diese minimalinvasive und schonende Eingriffsart soll dazu führen, dass sich Patienten schneller erholen und einen damit verbundenen kürzeren Spitalaufenthalt haben. Eine genauere Betrachtung der Verweildauer ist deshalb sinnvoll, weil die Verweildauer-bedingten Kosten in der Schweiz im Vergleich mit anderen Ländern sehr hoch sind.
Die durchschnittliche Verweildauer der radikalen Prostatektomien unter Anwendung eines Chirurgiesystems liegt bei 5.22 Tagen und ist damit fast drei Tage kürzer als die Verweildauer der nicht robotisch-assistierten radikalen Prostatektomien. Mit einem fast gleich hohen Case Mix Index (durchschnittliche Fallschwere) haben die beiden Fallpopulationen eine vergleichbare Komplexität. Im vorliegenden Beispiel liegt der Case Mix Index der nicht robotisch-assistierten Fälle nur um 0.1 höher. Für die statistische Auswertung der Verweildauer dienten uns anonymisierte Datensätze der medizinischen Statistik ausgewählter Schweizer Spitäler mit und ohne robotisch-assistierten Chirurgiesystemen.
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Datenjahre: 2017/2018/2019
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Verteilung der Verweildauer von robotisch-assistierten (blau) und nicht robotisch-assistierten (orange) radikalen Prostatektomien.
Der Einfluss der robotisch-assistierten Chirurgie wurde auch im Rahmen einer Regressionsanalyse unter Kontrolle anderer Faktoren, wie Anzahl Nebendiagnosen, Versorgerstatus des Spitals, Alter etc. geprüft. Die robotisch-assistierten Chirurgie hat dabei konstant einen verkürzenden Effekt auf die Verweildauer.
Um die statistischen Analysen zu unterstreichen, blicken wir noch auf die Ergebnisse der Verweildauerprognose von eonum. Eines der Module der Kodiersoftware Casematch von eonum, ist ein AI-Prognosemodell für die Verweildauer. Das Modell kann zudem aufzeigen, welche Faktoren einen Einfluss auf die Verweildauer haben. Auffallend dabei ist die Rolle der robotisch-assistierten Chirurgie bei Prostatektomien. 
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Screenshot Casematch: Einflussfaktoren auf die Verweildauerprognose einer Prostatektomie (CHOP Code 00.99.50: Anwendung eines OP Roboters)
Die kürzere Aufenthaltsdauer hat auch einen finanziellen Impact, der beziffert werden kann. Für die SwissDRG Version 9.0 / Datenjahr 2017 werden die Verweildauer-bedingten Kosten auf CHF 1'568.- pro Tag geschätzt. Im internationalen Vergleich ist dieser Wert relativ hoch, was unter anderem auf die hohen Lohn- und Mietkosten in der Schweiz zurückzuführen ist. Diese hohen Kosten stellen ein grosses Einsparpotential durch Reduktion der Verweildauer dar. Im vorliegenden Fall beträgt das Einsparpotential CHF 3’140.70. Dieses ergibt sich, aus der Multiplikation der Verweildauer-bedingten Kosten mit der Verweildauereinsparung in Tagen (2.003 Tage, ermittelt in der Regressionsanalyse). Eine kürzere Verweildauer bietet nicht nur einen finanziellen Vorteil für das Spital, die kürzere Erholungszeit ist auch für den Patienten und seine Angehörigen besser.
Eine Betrachtung der Fallpauschale M01B (Grosse Eingriffe an den Beckenorganen beim Mann oder bestimmtem Eingriff an den Beckenorganen beim Mann mit äusserst schweren CC) über die Zeit, unterstreicht die Aussagen der Analysen und zusätzlich leistet sie ein Argument gegen die Kostenzunahme beim Einsatz des da Vinci Systems. Die Entwicklung der M01B lässt sich gut analysieren, da die Fallpauschale seit der ersten SwissDRG Version von keinen grösseren Systemumbauten betroffen war. Wie in der Abbildung 2 zu erkennen ist, hat sich das Kostengewicht seit der Version 1.0 nur minim nach oben korrigiert. Dies bedeutet, dass die Kosten in dieser Fallpauschale über die Jahre kaum gestiegen sind, trotz vermehrtem Einsatz des da Vinci-Systems. Dagegen ist die Mittlere Verweildauer der M01B von 8.3 auf 6.0 Tage gesunken. Im Vergleich dazu, ist die durchschnittliche Verweildauer des gesamten SwissDRG Systems um weniger als einen Tag gesunken.
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Entwicklung der Fallpauschale M01B

  • Die Grundlage dieses Artikels ist folgendes White Paper.

eonum AG

Wir von der eonum AG bieten Datenanalysen zu Qualität, Kosten und Risiken, Beratung im Umfeld der stationären Vergütung und massgeschneiderte Lösungen für Anbieter von Medizinaltechnik oder Pharmaunternehmen. Unsere Kodiersoftware Casematch wird aktiv in Schweizer Spitäler eingesetzt und verbessert die DRG-Kodierung dank datenbasierten Insights.
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