Löhne: Nullrunde am Kantonsspital Aarau

Der Verlust des Vorjahres schlägt sich in den Löhnen des nächsten Jahres nieder. Die finanzielle Lage des KSA sei «nach wie vor angespannt».

, 18. September 2015 um 09:42
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Der letztjährige Verlust des Kantonsspitals Aargau schlägt sich bekanntlich in diversen Effizienz- und Sparmassnahmen nieder. Eine Konsequenz wurde jetzt bekanntgegeben: Für nächstes Jahr dürfen die Angestellten des KSA keine Lohnerhöhung erwarten. 
Im Hintergrund steht, dass das Kantonsspital Aarau im Geschäftsjahr 2014 einen Verlust von 30,8 Millionen Franken verbucht hatte. 
Gründe waren die angespannte Tarifsituation und deshalb erhöhte Rückstellungen wegen einer neuen Risikoeinschätzung; zudem ein tieferer Case Mix Index; und ferner höhere Investitions- und Personalkosten. 

Personalaufwand ist grösster Kostenblock

Der Personalaufwand war im letzten Jahr um fast 7 Prozent auf 370 Millionen Franken gestiegen – womit auch klar ist, dass dies den grössten Kostenblock im Kantonsspital darstellt.
Allerdings war nicht etwa der Lohndruck beziehungsweise ein höheres Lohnniveau für die gestiegenen Personalausgaben verantwortlich: Die Stellenzahl stieg ebenfalls um knapp 7 Prozent.

Erstmals seit Bestehen des GAV

Zur aktuellen Lage heisst es nun, dass «die finanzielle Situation für das Kantonsspital Aarau nach wie vor angespannt» sei. Der Ebitda, also das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Zinsen, weise immer noch nicht die geforderte Höhe von 8 bis 10 Prozent des Gesamtumsatzes auf. 
Vor diesem Hintergrund haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung entschieden, für das Jahr 2016 keine Lohnerhöhungen vorzunehmen: «Die Lohnverhandlungen mit den Sozialpartnern sind deshalb zum ersten Mal seit Bestehen des Gesamtarbeitsvertrages gescheitert», heisst es in der Mitteilung.

«…auch wenn wir das wollten»

Dabei anerkennt Personalchef Thomas Mauchle, dass die KSA-Mitarbeitenden «auf allen Ebenen» Ausserordentliches leisten – «vor allem auch jetzt in dieser angespannten finanziellen Situation». Doch leider könne man dies finanziell nicht honorieren – «auch wenn wir das wollten», so CEO Robert Rhiner.
Die – damals überraschende – Meldung, dass das KSA einen 30-Millionen-Verlust eingefahren hatte, führte im Mai zu politischen Turbulenzen im Aargau. Insbesondere die SVP kritisierte die Geschäftsleitung scharf und forderte unter anderem den sofortigen Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Philip Funk. 
Die Zahl der Mitarbeitenden am Kantonsspital Aarau lag Ende letzten Jahres bei 4168, wobei 681 Ärzte und Akadamiker waren. Ein Jahr zuvor hatte die Gesamtzahl noch 3902 betragen.
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