Psychiatrische Dienste: Höhere Fallzahlen

Die Psychiatrischen Dienste Aargau haben im Corona-Jahr gut gewirtschaftet. Stark zugenommen haben Anfragen bei den Ambulatorien als Folge psychosozialem Stress.

, 21. Mai 2021, 14:44
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Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) blicken mit einem Umsatz von 162 Millionen Franken, einem Gewinn von 9 Millionen Franken und einer EBITDA-Marge von 10,2 Prozent auf ein nach eigenen Angaben «sehr erfolgreiches» Geschäftsjahr 2020 zurück.
Damit hat die EBITDA-Marge gegenüber den 12,2 Prozent vom Vorjahr leicht abgenommen, ist aber immer noch gross genug, um die Erneuerung der Infrastruktur zu finanzieren.
Im stationären Bereich stiegen die Fallzahlen um 4,7 Prozent und im ambulanten Bereich gar um 20 Prozent gegenüber 2019.

Wachstum dank zusätzlicher Angebote

Im stationären Bereich liegt das Umsatzwachstum im Bereich des Vorjahres und im ambulanten Bereich ist das Wachstum insbesondere auf zusätzliche Angebote oder auf den Ausbau von bestehenden Angeboten zurückzuführen. CEO Jean-François Andrey nennt als Beispiel die «Praxis für Ihre psychische Gesundheit», die 2019 im Spital in Zofingen eröffnet wurde.
Wie stark die Nachfrage nach psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen aufgrund Covid-19 steigen wird, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beantworten. «Wir haben keine Evidenz, dass die Corona-Krise zu psychischen Erkrankungen führte», sagt Jean-François Andrey auf Anfrage.

Kinder und Jugendliche litten unter psychosozialem Stress

Für ihn steht aber ausser Frage, dass vor allem Kinder-, Jugendliche- und Lernende besonders unter der Krise mit ihren Begleitumständen und Einschränkungen gelitten hätten – und zwar aufgrund der psychosozialen Umstände. Das hätte die Corona-Virus-Helpline für erste psychologische Hilfe als auch die gesteigerten Anfragen bei den Ambulatorien klar aufgezeigt.
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