Keine Behandlung für Geimpfte?

Zwei Ärzte in Niedersachsen wollten offenbar Patienten nicht behandeln, weil sie geimpft sind. Das berichteten deutsche Medien.

, 21. Oktober 2021, 13:00
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Schon wieder sorgen Ärzte in Niedersachen für Schlagzeilen: Ein Allgemeinmediziner sowie ein Orthopäde hätten sich offenbar geweigert, Patienten zu behandeln, weil sie geimpft sind. Das berichtete heute die deutsche «Ärzte Zeitung»; im Bericht wird auf einen Artikel des «Norddeutschen Rundfunks» (NDR) verwiesen.
Vor rund zwei Monaten gingen in Niedersachsen schon einmal die Wogen hoch: Ein Hausarzt wollte keine Impfverweigerer behandeln. Medienberichten zufolge wurde ihm deswegen Gewalt angedroht, daraufhin soll er Polizeischutz erhalten haben.

Ansichten der Ärzte 

Zurück zu dem Allgemeinmediziner und dem Orthopäden: Nach Recherchen des NDR habe Letzterer angegeben, geimpfte Patienten seien für die ungeimpften Mitarbeiter oder Patienten gefährlich. Geimpfte würden ein Protein bilden, «das über die Haut oder durch Tröpfcheninfektion weitergegeben werde und dafür sorge, das Ungeimpfte erkrankten oder sogar unfruchtbar würden», stand im Artikel des NDR.
Der Allgemeinmediziner hätte bereits mehrere Leserbriefe, in denen er die Covid-19-Impfung als «grössten Menschenversuch» bezeichnet, geschrieben. Zudem habe er in Anzeigen der Lokalpresse mehrfach für Veranstaltungen von Impfgegnern geworben, hiess es im Artikel weiter. Beide Mediziner seien in der Region als «Impfskeptiker» bekannt.

Ärztekammer bereits informiert  

Die Ärztekammer als zuständige Aufsichtsbehörde prüfe die beiden Fälle bereits, schreibt die «Ärzte Zeitung». Die Ärztekammer habe auf die Berufsordnung verwiesen: «Eine gewissenhafte Ausübung des Berufs erfordert insbesondere die notwendige fachliche Qualifikation und die Beachtung des anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse.»
Gemäss der Zeitung werde sich die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen mit rechtlichen Schritten noch zurückhalten. «Im Fall einer Eskalation» drohten den beiden Ärzten jedoch Bussen, Verwarnungen oder sogar der Entzug der vertragsärztlichen Zulassung.
Die «Ärzte Zeitung» schreibt, die beiden Ärzte seien bis Redaktionsschluss (der Artikel wurde heute nach dem Mittag veröffentlicht) für Nachfragen nicht zu erreichen gewesen. 
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