Kardiologie: Wieder ein Eingriff weniger

Eine Kardio-Weste kann Herzrhythmus-Störungen viel einfacher festmachen. Sie bietet gleich auch dreidimensionale Herz-Bilder. Jetzt wurde das System in den USA zugelassen.

, 10. Februar 2017, 12:48
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Beim Verdacht auf Herzrhythmusstörung bedarf es bekanntlich oft eines Eingriff, um dem Problem wirklich auf den Grund zu gehen: Zum Beispiel müssen Herzstrommessungen mit einem Herzkatheter durchgeführt werden – die Elektrophysiologie.
Ein neues Gerät beziehungsweise eine Weste macht dies nun offenbar überflüssig: Das CardioInsight Noninvasive 3D Mapping System, so der offizielle Name, wurde jetzt von der US-Kontrollbehörde FDA bewilligt (zur Mitteilung).
Konkret handelt es sich dabei um eine Weste, die in der Lage ist, diverse Herzrhythmen beziehungsweise Unregelmässigkeiten aufzuzeichnen und zu erkennen. Zugleich lassen sich mit den CardioInsight-Daten dreidimensionale Ansichten des Herzens beziehungsweise der Herzkammern zeigen.

Zeit sparen kann man auch noch

Dafür sammelt das System EKG-Signale und kombiniert diese mit einem CT-Scan des Herzens. Es wird also künftig nicht mehr nötig sein, zur Lokalisierung von Arrhythmien einen Katheder einzuführen.
«Durch die noninvasiven Möglichkeiten kann auch der Ablauf und der Planungsprozess in der Klinik effizienter gestaltet werden», sagt Vivek Reddy; der Kardiologe hatte das System am Mount Sinai Hospital in New York getestet. Man könne zugleich Zeit sparen und die Patienten schonen.
Der Medtech-Riese Medtroninc – 28 Milliarden Dollar Umsatz – hatte das System vor zwei Jahren von einem Startup in Ohio übernommen und zur Marktreife gebracht. Hier sehen Sie den Erklär-Film der Entwickler:
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