Im Kanton Freiburg fehlen bald 1'300 Pflegepersonen

Eine Studie warnt: Falls nichts passiert, wird der Personalmangel in Pflegeheimen und Spitexdiensten gravierend.

, 30. Mai 2017, 13:07
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Wenn der Kanton Freiburg keine Massnahmen trifft, droht bis in acht Jahren ein akuter Mangel an Pflege- und Betreuungspersonal. Zu diesem Schluss kommt eine vom Kanton in Auftrag gegebene und von der Organisation Gesundheit und Soziales Ortra erstellte Studie.
Sie rechnet damit, dass die Zahl der Pflegepersonen in Spitälern, Pflegeheimen und Spitexdiensten bis 2025 von derzeit 5776 auf 7'057 steigt. Dies bedeutet ein Zuwachs von 1'281 Pflegepersonen oder 22 Prozent. 
Dabei werden im Kanton jährlich lediglich 206 Personen in Pflege- und Betreuungsberufen ausgebildet. Besonders gross ist der Nachholbedarf beim Personal mit höherer Berufsbildung in Pflegeheimen und bei den Spitexdiensten. 

Mehr Praktikumsplätze nötig

Die Studie zeigt Massnahmen auf, um einen Notstand zu verhindern. Dazu gehören die Schaffung von mehr Praktikumsplätzen etwa zur Abdeckung von Randzeiten. Auch sollte der Einsatz des vorhandenen Personals optimiert und dafür gesorgt werden, dass es weniger Berufsaussteiger gibt.
Der Wiedereinstieg von Erwachsenen ins Berufsleben soll gefördert werden, etwa indem der Staat berufsbegleitende Kurse bezahlt. «Wir können uns nicht nur auf die Jungen konzentrieren», wird Barbara Zosso, Direktorin von Ortra Freiburg, in den «Freiburger Nachrichten» (print) zitiert. 
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