Grosse Ehre für Neurochirurgie-Chefarzt

Andreas Raabe vom Inselspital Bern erhält gemeinsam mit zwei Kollegen aus der Industrie eine Auszeichnung. Diese gilt in Deutschland als höchste Anerkennung für Innovationen.

, 26. November 2020 um 09:49
image
  • insel gruppe
  • spital
Der diesjährige «Deutsche Zukunftspreis» geht auch an den Chefarzt der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Inselspital Bern. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwoch Andreas Raabe ausgezeichnet, zusammen mit Michelangelo Masini und Frank Seitzinger.
Das Team mit Raabe hat ein robotisches Visualisierungssystem geschaffen, das die Bereiche Robotik, moderne Assistenzsysteme und Visualisierung vereint. Es visualisiert das Operationsfeld, die Chirurgen können ihre Hände permanent im Operationsfeld belassen. Das System leiste in der Wirbelsäulen- und Neurochirurgie einen wichtigen Beitrag, heisst es.
Deutscher Zukunftspreis
Der mit 250'000 Euro dotierte Preis gilt in Deutschland als höchste Anerkennung für Innovationen und ehrt herausragende technische, ingenieur- und naturwissenschaftliche Leistungen. Er zeichnet jährlich Leistungen aus, die zu anwendungsreifen Produkten führen und mithelfen, Arbeitsplätze zu schaffen. 

Im «Kreis der Besten» 

«Es macht uns glücklich und stolz, dass wir in den ‹Kreis der Besten› aufgenommen worden sind», sagt Raabe laut einer Medienmitteilung. Die Auszeichnung erachtet das Team «als Verpflichtung, das Teamwork zwischen Medizin und Industrie weiter zu intensivieren».
Raabe ist seit 2008 Professor der Universität Bern und Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Inselspital. Seine Spezialgebiete sind mikrochirurgische Operationen im Gehirn und an der Wirbelsäule. Er ist unter anderem auch Erfinder einer Überwachungsmethode bei der Operation von Hirntumoren.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Spitäler 2025 und 2026: Bessere Margen – aber grosse Tarif-Fragezeichen

Die Finanzchefs der Schweizer Spitäler erwarten fürs Erste eine etwas bessere Rentabilität. Zugleich sorgt das neue Tarifsystem für Unsicherheit. Die Erwartungen reichen von Mehreinnahmen bis zu spürbaren Einbussen.

image

«Unangemessenes Verhalten»: Insel trennt sich von Klinikdirektor

Nach schwerwiegenden Vorwürfen zieht die Insel Gruppe Konsequenzen und entbindet einen Klinikdirektor mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebensregel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert inzwischen zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Spitalhygiene: Geschlechtsneutrale WCs bergen ein Risiko

In schottischen Krankenhäusern wurden Damen-, Herren- und Unisex-Toiletten auf Keime geprüft. Heraus kamen drastische Unterschiede.

image

Eine Zusammenarbeit, vernetzt wie das Gefässsystem

Wie in den meisten anderen medizinischen Fachbereichen setzt das Spital Lachen auch in seinem Gefässzentrum auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Sie garantiert den Patientinnen und Patienten eine professionelle und ganzheitliche Diagnostik, Behandlung und Nachbehandlung.

image

Ressourceneffizienz bei Schweizer Spitälern

Interview von Unite mit Andrea Raida M.Sc., Projektleiterin Health Care Logistics am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, über Ergebnisse des Forschungsprojekts «Green Hospital»

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.