Grippe- und Covid-19-Impfung: Geht das?

Unter dem Motto «Vorsicht ist besser als Nachsicht» ruft das Kollegium für Hausarztmedizin am Freitag zum nationalen Grippeimpftag auf.

, 2. November 2021, 14:28
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Die Werbetrommeln für Impfungen werden immer lauter: Nebst der Impfkampagne des Bundes, können sich alle Impfwilligen seit Oktober auch gegen die saisonale Grippe (Influenza) impfen lassen. Der nationale Grippeimpftag findet am Freitag, 5. November, statt und wird erneut unter dem Patronat der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) sowie in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Apothekerverband (pharmaSuisse) durchgeführt. Wer sich spontan und ohne Voranmeldung gegen die saisonale Grippe (Influenza) impfen lassen will, kann dies entweder in teilnehmenden Arztpraxen oder Apotheken zu einem empfohlenen Pauschalpreis («all inclusive») von 30 Franken tun. 
Doch ist diese Impfung überhaupt nötig und gibt es Wechselwirkungen mit der Corona-Impfung? Fragen, die sich derzeit viele stellen. Immerhin hat das Sars-Cov-2-Virus mit allen getroffenen Schutzmassnahmen die saisonale Grippe mehr oder weniger verdrängt: Im Winter 2020/21 gab es nur vereinzelte Fälle von Grippeerkrankungen in der Schweiz. 
Ganz verschwunden ist die Influenza aber nicht. Wie dem Sentinella-Bericht von der Woche 42 (16.–22.10.2021) zu entnehmen ist, sind die Zahlen aktuell jedoch sehr tief. So verzeichneten die Ärztinnen und Ärzte des Sentinella-Meldesystems lediglich vier Konsultationen wegen grippeähnlicher Erkrankung pro 1000 Arztkonsultationen. 
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Abbildung 1: Wöchentliche Zahl der Konsultationen aufgrund grippeähnlicher Erkrankung, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Auf die Angabe eines epidemischen Schwellenwerts wird seit Saison 2020/21 verzichtet. (BAG)
Hochgerechnet auf die Bevölkerung entspreche dies in etwa 25 Konsultationen wegen grippeähnlicher Erkrankung pro 100'000 Einwohner (Abbildung 1), heisst es beim BAG. Die Konsultationsrate weise einen konstanten Trend im Vergleich zu den beiden Vorwochen auf. 

Diesen Gruppen wird die Impfung empfohlen

Wie dem Communiqué des Kollegiums für Hausarztmedizin, kurz KHM, zu entnehmen ist, sollten sich Personen ab 65 Jahren, Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, Frühgeborene ab dem sechsten Lebensmonat (für die ersten zwei Winter) sowie Schwangere impfen lassen. Die Impfung wird auch Personen, die beruflich oder familiär mit den obgenannten Personen in Kontakt sind wie etwa Medizinal-, Pflege- und Krippenpersonal, Tagesmütter oder im selben Haushalt lebende Personen empfohlen, sowie allen Personen, die regelmässigen Kontakt mit Säuglingen unter sechs Monaten haben.

Grippe- und Covid-19-Impfung

Weil die Grippewelle in der Schweiz meist im Januar oder Februar beginnt, ist der beste Zeitpunkt für die Impfung  zwischen Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle.
Im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfkampagne hält das KHM fest, die Grippeimpfung könne gleichzeitig mit einer Covid-19-Impfung, beziehungsweise kurz davor oder danach verabreicht werden. 
Weitere Infos gib es hier
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