Freiburger Spital HFR budgetiert Verlust

Nach dem Hôpital neuchâtelois kündigt auch das Hôpital fribourgeois für 2017 rote Zahlen an. Die Erklärungen unterscheiden sich aber deutlich.

, 22. Dezember 2016 um 10:39
image
  • spital
  • freiburger spital
  • freiburg
  • hôpital neuchâtelois
Der Verwaltungsrat der Freiburger Kantonsspitalgruppe HFR hat ein Budget verabschiedet, das für 2017 einen Verlust von 7,9 Millionen Franken vorsieht. 
Verantwortlich dafür sei vor allem ein Anstieg der Betriebskosten: Das Gesetz über das Staatspersonal führe zu Mehrkosten im Personalbereich. So müssen die Arbeitgeberbeiträge für die Pensionskasse erhöht werden. Zudem gibt es bei den Freiburger Staatsangestellten ab 2017 eine zusätzliche Gehaltsstufe. Hinzu komme «die nötige Renovation bestimmter Infrastrukturen».
Auf der anderen Seite, so die Mitteilung aus Freiburg, würden Senkungen bei den stationären Tarifen die Lage zusätzlich verschärfen. Konkret erwartet der Verwaltungsrat, dass die Erträge aus dem ambulanten und stationären Bereich zwar leicht ansteigen – doch der Tarifeffekt dürfte das wieder zunichte machen. Die Baserate der HFR-Gruppe liegt bei 9850 Franken.

Weniger vom Staat

Kommt hinzu, dass das Freiburger Spital nächstes Jahr vom Staat weniger Geld für gemeinwirtschaftliche Leistungen und andere Spezialaufgaben erhalten wird.
Das Budget sieht einen Gesamtaufwand von 486,1 Millionen Franken vor. Zum Vergleich: 2015 hatte das HFR einen Betriebsaufwand von 447 Millionen. Der Betriebsgewinn erreichte 21,1 Millionen, wobei nach Abzug des Finanzierungsüberschusses an den Kanton ein Defizit von gut 2 Millionen Franken verblieb.

«Schwierig zu bewältigen»

Der Verwaltungsrat stellt «mit Beunruhigung fest, dass die Situation mit den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen schwierig zu bewältigen sein wird. Der Betrag, der für die neuen Stellen – mehrheitlich in der Pflege – gesprochen wurde, deckt sich zu 80 Prozent selbst, der Rest muss über Einsparungen und Effizienzgewinne finanziert werden.»
Letzte Woche hatte ein Nachbarspital ebenfalls ein Defizit angekündigt: Der Verwaltungsrat der Hôpitaux neuchâtelois erwartet fürs Gesamtjahr 2017 ein Minus von 6,4 Millionen Franken.
In Neuenburg erklärt man die roten Zahlen aber nicht mit steigenden Kosten: Diese sollen stabil bleiben. Vielmehr erwartet das HNE Probleme bei den Einnahmen. So könne der Case-Mix-Index nicht im gewünschten Ausmass erhöht werden (und damit die Einnahmen pro Patient). Denn der Abgang mehrerer spezialisierter Chirurgen im laufenden Jahr habe dazu geführt, dass der CMI «de manière significative» gesunken sei.
Hinzu kommt die bekannte Verlagerung von stationären zu ambulanten Behandlungen mit entsprechend tieferen Einnahme-Möglichkeiten. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

KSA: Weiterer Abgang in der Geschäftsleitung

Sergio Baumann ist nicht länger beim Kantonsspital Aarau tätig: Der Betriebsleiter, der zeitweise als interimistischer CEO fungierte, hat sein Büro bereits geräumt.

image

Jede Notfall-Konsultation kostet 460 Franken

Notfallstationen werden immer öfter besucht. Eine Obsan-Studie bietet neue Zahlen dazu. Zum Beispiel: 777'000 Personen begaben sich dreimal in einem Jahr auf den Spital-Notfall.

image

Zürcher Krankenhäuser und Versicherer haben sich geeinigt

Nun ist ein jahrelanger Streit beendet: Die Zürcher Spitäler vereinbaren mit Helsana, Sanitas und KPT einen Taxpunktwert von 93 Rappen - ein Kompromiss.

image

Balgrist-Team behandelt im Spital Männedorf

Das Spital Männedorf hat eine neue Klinik für Orthopädie und Traumatologie. Das Team kommt vom Balgrist.

image

Solothurner Spitäler: Bericht zu CEO-Lohn bleibt vorerst geheim

Noch ist unklar, ob Zusatzzahlungen an den Ex-Chef der Solothurner Spitäler rechtens waren. Der Bericht dazu ist da - aber nicht öffentlich.

image

Kispi wegen «Riesenfete» kritisiert – doch die Köche arbeiten gratis

Das überschuldete Kinderspital Zürich feiere seinen Neubau mit einem Michelin-Sternkoch, schreibt ein Online-Medium provokativ.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.