Lockdown: Das sagen die Sportler zum Trainingsstopp

In einer Umfrage des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verbands äussern die Kunden ihren Frust. Die Schliessungen gingen auch auf die Psyche.

, 22. September 2021, 08:05
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Während des Lockdowns mussten Fitnessstudios ihre Türen schliessen. Welche Auswirkungen hatte der Trainingsstopp auf die Gesundheit der Kundschaft?
Eine Umfrage des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verbands (SFGV) zeigt: Die gesundheitliche Verfassung hat sich bei fast allen der befragten Personen deutlich verschlechtert. Die Mehrheit der Teilnehmer waren der Meinung, dass mögliche Alternativen zum Fitnesscenter nicht ausreichen würden. Die fehlende Motivation alleine daheim zu trainieren und die fehlende Infrastruktur standen dabei an erster Stelle. Viele vermissten auch die sozialen Kontakte und das Coaching durch das Fachpersonal, wie die Ergebnisse der Befragung zeigen.

Lediglich bei zehn Personen keine gesundheitliche Verschlechterung 

1151 Personen nahmen an der repräsentativen Umfrage des SFGV teil. Am stärksten vertreten waren 50- bis 60-Jährige (271) und 40- bis 50-Jährige (228).
Von den 1151 Teilnehmern gaben 1141 an, dass sich ihr physischer und psychischer Zustand wegen des Trainingsstopps verschlechtert habe. Zehn der Befragten gaben an, keine Verschlechterung erfahren zu haben, da sie sich durch anderes Training fit gehalten haben. Drei dieser zehn Personen erachteten den Lockdown als angemessen und sahen das Training in Fitnesscentern als zu risikoreich an.
Interessant: Die Frage, ob wieder ein Arzt oder Therapeut aufgesucht werden musste – wegen Beschwerden, die eigentlich durch das Training nicht mehr vorhanden waren –, bejahten 45 Prozent der Umfrageteilnehmer. 31 Prozent gaben an, dass sie aufgrund der erneut auftretenden Beschwerden wieder Medikamente nehmen mussten.

Rückenschmerzen und mehr Gewicht auf der Waage

Die am häufigst genannten Verschlechterungen waren wiederkehrende Rückenschmerzen (342) und Gewichtszunahme (187). Bei Herzkreislaufbeschwerden wurde der wieder erhöhte Blutdruck am häufigsten genannt. Unter den Grunderkrankungen sind vorwiegend Multiple-Sklerose und Diabetes zu nennen.
Auch die psychische Gesundheit hat sich gemäss der Umfrage bei mehr als 80 Prozent der Befragten verschlechtert. Die Teilnehmer gaben etwa an, wegen des Trainingsstopps vermehrt an Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Agressivität oder Schlafstörungen gelitten zu haben. 
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