Schmerz-Erkennung: Wenn Roboter Mediziner trainieren

Medizinisch ausgebildete Probanden erkennen Emotionen offenbar weniger gut als Menschen ohne medizinischen Hintergrund. Dies zeigt ein Experiment aus den USA – mit Robotern.

, 21. März 2017, 10:43
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Forscher der Universität Kalifornien in San Diego wollten von über 100 Menschen wissen, wie genau diese Emotionen wie Schmerz, Ekel oder Ärger interpretieren. Von den Probanden gehörten rund 50 zum medizinischen Fachpersonal, darunter Ärzte, Pflegefachleute oder Pharmazeuten. Die anderen hatten keinen medizinischen Hintergrund.
Das Resultat: Medizinisch geschulte Versuchsteilnehmer schnitten bei der Einschätzung von Schmerz und Ärger wesentlich schlechter ab als die andere Hälfte der Probanden. Kurz: Die Trefferquote des Fachpersonals lag bei 54 Prozent, während die der restlichen Experiment-Teilnehmer bei 83 Prozent lag. Nur für Ekel fielen die Ergebnisse beider Gruppen annähernd ähnlich aus.

Humanoide Roboter genutzt

Ärzte müssten von Anfang an über diese Fähigkeit verfügen, erklärt Laurel Riek, Studienleiterin und Professorin für Computer Science. «Das Gesicht eines Patienten zu interpretieren, kann dabei helfen zu bestimmen, ob dieser einen Schlaganfall erlitten hat, ob er Schmerzen hat oder, ob er auf die Medikation reagiert».
Als Experimentobjekt dienten Robotergesichte. Bei dem verwendeten Roboter handelt es sich um den humanoiden Roboter des Unternehmens Hanson Robotics, der den Science-Fiction-Autor Philip K. Dick darstellt. Dieser verfügt über eine Gummihaut und kann seine Gesichtszüge bewegen.
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