Ein Drittel würde auch zu Doktor Roboter

Laut einer deutschen Umfrage wären ein Drittel der Menschen offen gegenüber neuen Kontaktformen von Arzt und Patient. Aber eine grosse Mehrheit setzt auf alte Werte.

, 22. März 2017, 09:29
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Der moderne Mensch ist recht offen gegenüber der Digital-Medizin – aber der persönliche Kontakt zum Arzt ist ihm nicht weniger wichtig geworden. Das tönt vielleicht widersprüchlich, aber es ist halt das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage in Deutschland. 
Konkret zeigte sich:

  • Mehr als jeder dritte Deutsche würde bei einem ihm unbekannten Arzt eine Video-Sprechstunde besuchen. 
  • Fast ebenso viele zeigen sich sogar grundsätzlich offen für die medizinische Behandlung durch einen Roboter.
  • Zugleich legen 90 Prozent der Befragten aber weiterhin grossen Wert auf das ausführliche Gespräch und den persönlichen Besuch bei einem Arzt. 

Die vermeintlich widersprüchlichen Resultate würden zeigen, «dass sich traditionelle und digitale Medizinwelt nicht ausschliessen, sondern ergänzen», sagt Siegfried Gänsler. Er ist Chef der Schwenninger Krankenkasse, welche die Erhebung durchführen liess.


Ein weiterer Teil der Umfrage ergab allerdings auch, dass – neben der fachlichen Qualifikation – doch traditionelle Aspekte besonders wichtig geblieben sind: Der Arzt sollte sich Zeit nehmen; die Wartezeiten sollten kurz sein; oder der Arzt sollte einen persönlich und auch per Krankenakte kennen: Dies waren besonders häufig genannte Anforderung an die Mediziner.
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Frage: Worauf legen Sie bei einer medizinischen Behandlung besonderen Wert? (Mehrfachantworten möglich) | Quelle/Grafik: Schwenninger Krankenkasse
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