Notfälle in Graubünden: Mobile App statt 144

Eine neue App soll Patienten schnell und einfach mit einem Notfallarzt verbinden. Der Bündner Gesundheitsdirektor Christian Rathgeb hofft, durch die App Kosten im Gesundheitswesen einzusparen.

, 7. November 2017, 09:32
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Die Mobile App Doccall will Patienten mit einem diensthabenden Notfallarzt der jeweiligen Region verbinden – mit nur zwei Klicks. Derzeit existieren schweizweit mehr als 100 Telefonnummern für ärzteeigene Callcenter und regionale Notfalldienste.
Für den Bündner Ärzteverein ist die App «die perfekte Lösung für die Bündner Tourismusregion», wie die Zeitung «Südostschweiz» meldet. Am Montag wurde Doccall den Medien vorgestellt.

Kosten sparen und Spitäler entlasten

Graubündends Gesundheitsdirektor Christian Rathgeb hofft, durch die App Kosten im Gesundheitswesen einzusparen. Einerseits spare man durch die App einige tausend Anrufe bei 144 ein – und somit «unechte» Notfälle.
«Auf der anderen Seite ist es so, dass wir im Kanton viele Fälle haben, wo Patienten ein Spital für eine medizinische Behandlung aufsuchen, die auch ein Notfallarzt erledigen könnte», so Rathgeb weiter.

Finanzieller Beitrag der Regierung

Der Bündner Ärzteverein hat die kostenlose App Doccall mit Ärztefon Zürich, der Medphone Bern und MNZ Basel entwickelt. Sie basiert auf der Software docbox. An den Kosten beteiligte sich auch der Kanton Graubünden.
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