Die Kilchberger-Betten sind nur zu 30 Prozent ausgelastet

Schliesst ein Spital seine Tore, sind heftige Proteste gewiss. Die Spitalleitung des See-Spitals in Kilchberg rechtfertigt dessen Schliessung.

, 29. Juli 2021, 08:24
image
  • seespital
  • lorenzo marazzotta
  • markus bircher
Das See-Spital in Kilchberg schliesst bald ihre Türen. Das schrieb hierhier Medinside am 1. Juli. Der Entscheid war keine Überraschung: Schon am 29. September 2020 war hier zu lesen, dass das See-Spital in Kilchberg «auf der Kippe» steht.
Ein Überraschung wäre es, wenn die Spitalleitung die Schliessung nicht wiederholt rechtfertigen müsste.

Von 60 auf 30 Prozent

«Die 80 Kilchberger Betten sind noch zu 30 Prozent ausgelastet. Bis vor zwei, drei Jahren waren es noch 50 bis 60 Prozent», wird CEO Markus Bircher am Donnerstag in der Zürichsee-Zeitung zitiert.
Für Stiftungsratspräsident Lorenzo Marazzotta sei es aufgrund dieser Entwicklung ein Glücksfall gewesen, dass das Sanatorium Ende 2019 aufs See-Spital zugekommen sei mit der Frage, ob es Räumlichkeiten mieten oder allenfalls die Liegenschaft übernehmen könne. «Für uns ist das ein Ausweg aus einer ökonomisch nicht mehr tragbaren Situation, der uns gleichzeitig erlaubt, unseren Stiftungszweck zu erfüllen», so Marazzotta in der Zürichsee-Zeitung.

Psychiatrie statt Allgemeinmedizin

Der Stifungsratspräsident zeigt Verständnis für die emotionalen Reaktionen, die jede Schliessung eines Spitals nach sich zieht. Gleichzeitig verweist er auf den Umstand, dass in Horgen ein umfassendes Gesundheitszentrum und in Kilchberg eine der modernsten psychiatrischen Kliniken der Schweiz entstünden.
Schliesslich erinnert Marazzotta daran, dass für die Spitäler mit der Einführung der Fallpauschalen vor neun Jahren die Konzentration eine Frage des ökonomischen Überlebens geworden sei.
«In diesem politisch gewollten Systemwechsel wollen wir als See-Spital reagieren, bevor uns die Gesundheitsdirektion die Leistungsaufträge entzieht», sagt Marazzotta.
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Drei Zürcher Anbieter gehen Neurologie-Kooperation ein

Das See-Spital, die Hirslanden Kliniken und die Bellevue Medical Group spannen künftig im Fachbereich der Neurologie zusammen.

image

Das nächste Spital schliesst bald seine Türen

Der Strukturwandel in der Spitalbranche geht weiter: Das Zürcher See-Spital schliesst und verkauft seinen Standort in Kilchberg.

image

Hirslanden und See-Spital unter gemeinsamer Marke

Die Privatklinikgruppe Hirslanden und das Zürcher See-Spital vertiefen ihre bereits bestehende Zusammenarbeit.

image

See-Spital in Kilchberg steht auf der Kippe

Wenn im See-Spital in Kilchberg nicht wieder mehr operiert wird, droht die Schliessung.

image

Endlich hat das See-Spital einen Partner

Das See-Spital ist auf der Suche nach einem Partner fündig geworden: Eine Uroviva-Praxis zieht in Horgen ein.

image

See-Spital trennt sich von Direktor

Im Zürcher See-Spital mit den beiden Standorten Horgen und Kilchberg kommt es zu einem Wechsel in der Direktion.

Vom gleichen Autor

image

Palliative Care - eine tickende Zeitbombe

Viele politische Vorstösse, viel Papier, beängstigende Perspektiven, keine konkreten Massnahmen. Die Rede ist von Palliative Care.

image

«Herr Flury, warum braucht es The Swiss Leading Hospitals?»

«Qualitätssicherung kommt vor Kommunikation», sagt der Psychiater Hanspeter Flury, der neue Präsident von Swiss Leading Hospitals.

image

Wann gehört Palliative Care ins Spital?

Ist es Aufgabe eines Spitals, totkranke Menschen aufzunehmen und in den Tod zu begleiten? Nur wenn spezielle Spitalbehandlungen nötig sind.