Neu gibts nun auch ein Brustzentrum Zürichsee

Damit kleinere Spitäler auf die Mindestfallzahlen kommen, kooperieren sie in gewissen Sparten mit anderen Spitälern. So entstehen immer neue Brustzentren.

, 11. November 2022, 13:00
image
Die Hirslanden Klinik Im Park betreibt zusammen mit dem See-Spital in Kilchberg das neue Brustzentrum Zürichsee. | zvg
21 Brustzentren gibt es in der Schweiz, die von der Krebsliga Schweiz (KLS) und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie (SGS) zertifiziert wurden. Nun ist mit dem Brustzentrum Zürichsee ein weiteres dazu gekommen: Es handelt sich um eine Kooperation der Hirslanden Klinik Im Park und dem See-Spital in Kilchberg. Es ist bereits das vierte von der Krebsliga zertifizierte Brustzentrum im Kanton Zürich mit dem begehrten Q-Label.
Das Zürcher Universitätsspital gehört freilich nicht dazu. Das dürfte für das USZ kein Nachteil sein. Es hat sich stattdessen von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizieren lassen, wie übrigens 17 weitere Schweizer Spitäler auch, darunter das Stadtzürcher Triemli-Spital.

100 Qualitätskriterien

Wie die Hirslanden Klinik Im Park und das See-Spital in Kilchberg in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben, vermochte das Brustzentrum Zürichsee sämtliche der rund 100 Qualitätskriterien zu erfüllen. Dazu gehörten die Behandlung und Betreuung durch ein interdisziplinäres Team von Fachärztinnen und Fachärzten sowie Fachpersonen der Psychologie und Pflege. Zentral sei zudem die Erfahrung des Teams: Mindestens 125 Brustkrebspatientinnen müssten im Brustzentrum jährlich betreut werden.
Im Unterschied zur Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert die Krebsliga Schweiz gemeinsam mit der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie auch Brustzentren, die zwei Standorte haben.
image
Ziad Atassi, Klinischer Direktor des Brustzentrums Zürichsee.
Frage an die Krebsliga: Ist das nicht eine Umgehung der Mindestfallzahlen? «Nein», sagt Stefanie de Borba. «Es handelt sich ja um das gleiche Kernteam: Die einzelnen Fachvertreter müssen die für das Label geforderten Fallzahlen in ihrer jeweiligen Disziplin aufweisen.»
Brustkrebs ist die weltweit häufigste Krebsart bei Frauen. Hierzulande erkranken jedes Jahr rund 6300 Frauen an Brustkrebs, 17 Frauen pro Tag. Dennoch sei die Frage erlaubt, ob es denn auch so viele zertifizierte Brustzentren braucht. Die Krebsliga will das nicht beurteilen. Sie beurteilt die Qualität, nicht den Bedarf.
Es sind letztlich die Kantone, die die entsprechenden Leistungsaufträge erteilen. Dass sich aber in letzter Zeit vermehrt Spitäler zu einem gemeinsamen Brustzentrum zusammenschliessen, deutet darauf hin, dass sie das im Hinblick auf die stets höheren Anforderungen tun, um dann auf den Spitallisten nicht übergangen zu werden.
  • spital
  • hirslanden
  • brustzentrum
  • seespital
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Spital korrigiert falsche Aussagen zu Chefarzt-Kündigung

Ist der Chefarzt Gregor Lindner nun krank oder nicht? Die Pressestelle des Bürgerspitals Solothurn zieht plötzlich Aussagen zu dessen Kündigung zurück.

image

Sauter: «Wir müssen grossräumiger denken»

Spitäler in den Randregionen brauchen eine neue Funktion. Das meint die neue Hplus-Präsidentin Regine Sauter.

image

Notfallmediziner erwarten Kollaps und schlagen schweizweit Alarm

Covid, Grippe und RSV: Die Notfallstationen sehen sich in diesem Winter mit Bedingungen konfrontiert, die sie an den Rand des Kollapses bringen könnten.

image

Direktor Peter Hösly übergibt den Stab an Simone Weiss

Am Sanatorium Kilchberg kommt es zu einem Führungswechsel: Nach 16 Jahren gibt Peter Hösly seinen Chefposten an der Privatklinik für Psychiatrie ab.

image

Spitaldirektorin will in den Nationalrat

Franziska Föllmi-Heusi vom Spital Schwyz ist als Kandidatin für die Nationalratswahlen nominiert.

image

Eklat am Unispital Zürich: Das sagt der Spitalrat zu den Vorwürfen im Fall Clavien

Der Star-Chirurg Pierre-Alain Clavien fühlt sich vom USZ rausgeschmissen. Nun reagiert André Zemp, Spitalratspräsident, auf dessen Vorwürfe.

Vom gleichen Autor

image

26 neue Betten für Psychischkranke

Die Psychiatrische Klinik Hohenegg in Meilen kann neu auch Allgemeinversicherte stationär behandeln. Die neue Station mit 26 Betten ist offiziell eröffnet worden.

image

Philipp Schütz gewinnt den Theodor-Naegeli-Preis 2022

Der mit 100'000 Franken dotierte Theodor-Naegeli-Preis 2022 geht an Philipp Schütz, Chefarzt Allgemeine Innere und Notfallmedizin am Kantonsspital Aarau.

image

Meineimpfungen.ch: Daten wurden nie gelöscht

Der Eidgenössische Datenschützer hat sein Löschgesuch bei «Meineimpfungen.ch» zurückgezogen. Nun liegen die Daten im Kanton Aargau, bei der dortigen EPD-Stammgemeinschaft.