Das ist der effizienteste Krankenversicherer der Schweiz

Gut die Hälfte der Kassen mit den tiefsten Verwaltungskosten sind kleine, regionale Gesellschaften. Und die am wenigsten effizientesten Versicherer hatten 2020 die höchsten Prämien.

, 26. Oktober 2021 um 12:51
image
Die Sumiswalder Krankenkasse ist mit 100 Franken Verwaltungskosten pro versicherte Person 2020 die effizienteste Krankenversicherung. Dies zeigt eine Comparis-Analyse zu den Grundversicherungskosten, basierend auf Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). 
Die Sumiswalder mit rund 23'500 Versicherten gab 2,8 Prozent des Prämienvolumens für die Verwaltung aus. An zweiter Stelle folgt die Krankenkasse Luzerner Hinterland, gefolgt von der Sodalis Gesundheitsgruppe. Gut die Hälfte der effizientesten Kassen sind gemäss Comparis-Analyse kleine, regionale Gesellschaften.

Regulierungsbürokratie treibt Kosten in die Höhe

Im Schnitt betrugen die Verwaltungskosten der Krankenversicherungen 4,9 Prozent der Prämien beziehungsweise 184 Franken pro versicherte Person. Die höchsten Verwaltungsgebühren hatte die Kleinstkrankenkasse Ingenbohl mit 666 Franken.
Die Erhebung zeigt auch, dass in den letzten Jahren die Verwaltungsgebühren gestiegen sind und zwar zwischen 2016 und 2020 im Durchschnitt von 163 auf 184 Franken pro versicherte Person. Als Grund nennt Comparis-Expert Felix Schneuwly die administrativen Kosten der Regulierungsbürokratie. 

Trend hin zu tendenziell günstigeren Prämien 

Der Online-Vergleichsdienst Comparis hat auch den Zusammenhang zwischen Verwaltungskosten und Prämien untersucht: Zum ersten Mal seit 2015 ist eine Häufung von hohen Krankenkassenprämien bei Kassen mit hohen Verwaltungskosten zu beobachten.
So liegen vier der fünf teuersten Kassen im Viertel der höchsten Verwaltungskosten. Nebst der Krankenkasse Institut Ingenbohl sind es die Sympany Moove, die zur Visana-Gruppe gehörende Galenos und die Mutuel Assurance. Bei der Krankenkasse Ingenbohl zahlten die Versicherten durchschnittlich 5’114 Franken.
Die Krankenversicherer mit den tiefsten Verwaltungskosten wiederum konnten 2020 die günstigsten Prämien anbieten. Die tiefsten Durchschnittsprämien zahlten Versicherte bei den Kassen mit höchster Effizienz: Am wenigsten zahlten 2020 Versicherte der Sanavals Gesundheitskasse mit 2’980 Franken, gefolgt von Sanagate und Agrisano auf dem dritten Platz. 
image
Liste der Krankenversicherer mit dem tiefsten Verwaltungsaufwand. | Comparis
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Krankenkassen und Ärzte wollen keine Regulierung für Netzwerke

Der Krankenkassen-Verband Curafutura fürchtet Mehrkosten und Bürokratisierung.

image

Krankenkassen wollen keine Zahn-Kontrollen zahlen

Der Verband Curafutura stemmt sich gegen das Ansinnen, dass die Grundversicherung Dolmetscher-Dienste, Zahn-Vorsorge und DH berappen soll.

image

Bundeskasse statt Krankenkasse: 40 Prozent liebäugeln mit einer Gesundheitssteuer

Und die Idee einer Einheitskasse hätte jetzt offenbar eine Mehrheit in der Bevölkerung – so eine neue Erhebung.

image

Krankenkassen zahlen neu vorsorgliche Brustentfernung

Frauen mit Hochrisikogenen können sich künftig auf Kosten der Krankenkasse die Brüste oder den Eierstock entfernen lassen.

image

Jeder Kassenwechsel kostet 280 Franken

Das «Krankenkassen-Hopping» nach starken Prämienerhöhungen kostet die Kassen viel Geld – und schraubt wiederum die Prämien in die Höhe.

image

In der Schweiz wird die Grippe-Impfempfehlung ignoriert

Eine neue Studie zeigt beunruhigende Zahlen: Nur wenige Risikopatienten lassen sich impfen.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.