Einfacher Bluttest erkennt Darmkrebs früh und zuverlässig

Neu ist in der Schweiz ein praktischer und genauer Bluttest für Darmkrebsvorsorge erhältlich – als Alternative zum Hämokkult-Test.

, 10. Mai 2016, 07:34
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Ein in der Schweiz entwickelter blutbasierter Test zur Früherkennung von Darmkrebs zeigt Wirkung. Dies belegen Studienresultate, die Forscher aus Lausanne und Freiburg kürzlich im renommierten Fachjournal «Clinical Cancer Research» publizierten.
Die Daten bestätigen: Colox, so heisst der Test, konnte 78 Prozent (Empfindlichkeit) der Tumore und 52 Prozent der fortgeschrittenen Polypen mit einer 92-prozentigen Genauigkeit (Spezifizität) bestimmen.

Team aus Lausanne und Freiburg

Geleitet hat die klinische Studie Gian Dorta vom Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) in Lausanne in Zusammenarbeit mit Curzio Rüegg, dem Inhaber des Lehrstuhls für Pathologie der Universität Freiburg. Die Untersuchungen fanden in sieben Schweizer Spitalzentren unter der Federführung der Lausanner Diagnostikfirma Novigenix statt.
Laura Ciarloni et al., Curzio Ruegg and Gian Dorta. «Development and clinical validation of a blood test based on 29-gene expression for early detection of colorectal cancer», in: «Clinical Cancer Research», April 2016.
Colox ist ein Bluttest, der auf einer körpereigenen Immunantwort beruht, an der 29 Gene beteiligt sind, und der in Kombination mit Tumorbiomarkern eine Früherkennung von kolorektalem Karzinom ermöglicht. Das Prinzip des Tests basiert auf der Sichtbarmachung einer entzündungsähnlichen Reaktion des Organismus. Dabei genügt eine einfache Blutentnahme.

«Vielversprechendes Hilfsmittel»

Der neu entwickelte Bluttest stellt den Entwicklern zufolge eine Alternative dar zu den Tests, die den Stuhl nach okkultem Blut absuchen.
«Colox hat alle Anzeichen eines wirksamen, praktischen Tests für Darmkrebs, der Patienten, die für eine Kolonoskopie überwiesen werden sollten, zuverlässig identifizieren kann», sagte Curzio Rüegg. Der Pathologie-Professor der Universität Freiburg bezeichnet Colox als «ein vielversprechendes Hilfsmittel in der Krebsvorsorge».
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