Ärztesoftware: Cyberangriff auf Compugroup Medical

Der auch in der Schweiz präsente Software-Spezialist für Ärzte, Apotheken, Spitäler sowie Labors wurde mit Ransomware attackiert. Betroffen seien primär interne IT-Systeme.

, 21. Dezember 2021 um 08:00
image
  • security
  • gesundheit
  • compugroup medical
Wer aktuell auf die internationalen Websites von Compugroup Medical (CGM) geht, wird mit einem Popup-Fenster «Technische Störung — Update» empfangen. Dort teilte das deutsche Unternehmen am 20. Dezember mit: «Wir sind Ziel eines so genannten Ransomware-Angriffs geworden und haben sofort mit Gegenmassnahmen reagiert.»
CGM mit Hauptsitz in Koblenz ist auf Software für Ärzte, Apotheken, Spitäler und Labors spezialisiert, die nach eigenen Angaben weltweit von über 1,5 Millionen Usern in 56 Ländern genutzt wird. Für 2021 erwartet der E-Health-Anbieter einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro. In der Schweiz hat CGM eine Niederlassung in Bern mit rund 40 Mitarbeitenden.
Der Angriff habe die Verfügbarkeit einiger der internen Systeme wie E-Mail und Telefondienste beeinträchtigt, teilte das Unternehmen weiter mit. «Dadurch ist die Verfügbarkeit unserer Dienste und Hotlines zurzeit reduziert, während wir unsere Systeme schrittweise wiederherstellen.»
Die überwiegende Mehrheit der Kundensysteme sei in Betrieb und werde als sicher eingeschätzt. «Derzeit haben wir keine Anzeichen dafür, dass der Angriff Auswirkungen auf Kundensysteme oder Kundendaten hat.» Die Sicherheit der Kundendaten habe «oberste Priorität, daher haben wir wichtige Teile unserer Dienste isoliert».
Laut «Heise» informierten Anbieter von Praxisverwaltungssystemen, die zu CGM gehören, per Fax Arztpraxen, dass sich die üblichen Updates zum Quartalsende verzögern können.
Wer hinter dem Angriff steckt und ob eine Lösegeldforderung eingegangen ist, gab CGM nicht bekannt. Man arbeite mit den zuständigen Behörden zusammen und werde über neue Entwicklungen informieren.
  • Dieser Beitrag ist zuerst auf dem IT-Branchenportal «Inside IT» erschienen. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

So meistern die Spitalküchen täglich Tausende Mahlzeiten

Die Spitalgastronomie ist komplex. Die LUKS, Insel und Hirslanden erklären, wie ihre Küchencrews den Anforderungen von Patienten, Besuchern und Mitarbeitenden gerecht werden. Mit Umfrage zum Essen in Ihrer Kantine.

image

Fitnesskrise: Sparen die Krankenkassen Geld?

Die Fitnesscenter leiden: Über 20 Prozent der Mitglieder haben während der Coronakrise gekündigt. Wie sich das auf die Versicherer auswirkt und ob eine Umlagerung auf die Psychologen-Couch stattfindet? Medinside hat nachgefragt.

image

Covid-Nadel zweifach verwendet? Spital nimmt Stellung

In der «Impf-Box Spital Burgdorf» ist es letzte Woche zu einem gravierenden Zwischenfall gekommen: Womöglich wurden zwei Personen mit der selben Spritze gegen Covid geimpft.

image

Beförderung: Zwei neue Professorinnen für Gesundheit an der ZHAW

Susanne Grylka und Karin Nordström von der ZHAW haben den Professorinnentitel verliehen bekommen: Für Hebammenwissenschaft und Public Health.

image

«Computer können Ärzte nicht ersetzen»

Das zeigt eine Umfrage des FMH. Trotzdem muss sich die Ärzteschaft damit auseinandersetzen, welche Rolle digitale Technologien in der Medizin einnehmen sollen und dürfen.

image

Salmonellen: Darmflora spielt wichtige Rolle

Infektionen mit Salmonellen können diverse Krankheitsverläufe zur Folge haben. Ein Grund, weshalb einige harmlos und andere sehr schwer verlaufen, liegt in der Darmflora.

Vom gleichen Autor

image

Warum Medizinstudierende im Studium ihre Empathie verlieren

Im Laufe eines Studiums nimmt offenbar das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten ab. Dies zeigt eine neue Studie.

image

Berner Arzt hat Aufklärungspflicht doch nicht verletzt

Im Fall einer Nasen-OP mit Komplikationen verneint das Bundesgericht eine Pflichtverletzung eines Berner HNO-Arztes. Die Vorinstanzen haben noch anders entschieden.

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.