Curaviva fordert Vertretung in der Qualitätskommission

Der nationale Branchenverband kritisiert den Bundesrat: Unverständlicherweise seien bei der Wahl des Gremiums die Institutionen der Langzeitpflege nicht berücksichtigt worden.

, 17. März 2021 um 14:05
image
Wissenschaft, Ärzteschaft, Spitäler, Pflegefachfrauen und -männer, Kantone sowie Versicherte und Patientenorganisationen – sie alle sind in der Eidgenössischen Qualitätskommission vertreten. Die insgesamt 15 Mitglieder sollen den Bundesrat unter anderem bei der Entwicklung der Versorgungsqualität beraten. Medinside berichtete hier darüber. 

Kandidaturen eingereicht

So weit so gut: was Curaviva Schweiz, der nationale Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf, sauer aufstösst: «Obschon gemäss Krankenversicherungsverordnung (KVV) vier der fünfzehn Sitze für Leistungserbringer vorgesehen sind, hat der Bundesrat bei der Wahl der Kommissionsmitglieder die über 1600 Leistungserbringer der stationären Langzeitpflege nicht berücksichtigt.»
Und dies, obschon die Langzeitpflege aufgrund ihrer systemrelevanten Bedeutung einen berechtigten Anspruch auf eine angemessene Vertretung habe und die Leistungserbringer ausgezeichnete Kandidaturen für die Qualitätskommission eingereicht hätten, heisst es im Communiqué. Deshalb fordern die Verbände Curaviva Schweiz und Senesuisse den Bundesrat und die Eidgenössische Qualitätskommission dazu auf, die betriebliche Sicht der Pflege angemessen mit einzubeziehen.

«Dass die Pflege vertreten ist, genügt nicht.» 

Ihr Anliegen begründen sie mit der besonderen Rolle und Aufgabe, welche Alters- und Pflegeheime im Gesundheitssystem haben: Sie seien nicht nur der Lebensort für die ihnen anvertrauten Menschen. Die Versorgungsqualität sei viel umfassender und vielschichtiger zu verstehen als etwa bei einem kurzen Aufenthalt im Spital.
«Die Vertretung der betrieblichen Managementsicht in der Eidgenössischen Qualitätskommission ist deshalb unerlässlich. Dass die berufliche Perspektive der Pflege vertreten ist, genügt nicht», betonen die Verbände. Diese sei zwar unbestrittenermassen wichtig, habe aber einen anderen Blickwinkel als die Institutionen. 
Über die Verbände
Curaviva Schweiz ist der Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Als nationaler Verband vertritt er auf Bundesebene die Interessen und Positionen von über 2600 Mitgliederinstitutionen aus den Bereichen Menschen im Alter, Menschen mit Behinderung sowie Kinder und Jugendliche. Mit der Unterstützung und Förderung seiner Mitglieder setzt sich Curaviva Schweiz  für optimale Rahmenbedingungen der Mitarbeitenden und eine hohe Lebensqualität der Bewohnenden in den Mitgliederinstitutionen ein. Hier gibt es weitere Infos.
Senesuisse vertritt die Interessen von über 400 Betrieben im Bereich der Langzeitpflege. Als Verband in der Altersbetreuung setzt sich Senesuisse für gute Qualität und grosse Vielfalt an Angeboten ein. Hier gibt es weitere Infos. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

BAG: Neue Leiterin der Abteilung Internationales

Barbara Schedler Fischer folgt im August auf Nora Kronig Romero.

image

Notfall: 50 Franken für Bagatellfälle

Ein altes Anliegen kommt wieder aufs Tapet: Die Gesundheitskommission des Nationalrats stellt zwei Varianten vor.

image
Gastbeitrag von Michael Jordi

Qualität ist keine Glaubensfrage

Bei der Qualität im Gesundheitssystem wird nicht zu viel gesteuert und vereinheitlicht – sondern eher zu wenig. Viele Akteure wollen einfach ihr eigenes Messsystem als Standard sehen.

image

Efas: Das Referendum ist am Ziel

Das Volk wird voraussichtlich im September über die neue Gesundheits-Finanzierung abstimmen.

image
Gastbeitrag von Felix Schneuwly

Ein Gruss aus der sozialistischen Planwirtschaft

Unklare Ziele, diffuse Verantwortung, aber viel Bürokratie: Der Qualitätsartikel im KVG ist ein fehlkonstruiertes Monster.

image

«Professionelle Dolmetschdienste sind übertrieben»

Der Nationalrat will nichts wissen von einer einheitlichen Vergütungspflicht für Dolmetscherdienste im Gesundheitsbereich. Auch dank Digitalisierung und KI sei dies nicht nötig.

Vom gleichen Autor

image

Kinderspital verschärft seinen Ton in Sachen Rad-WM

Das Kinderspital ist grundsätzlich verhandlungsbereit. Gibt es keine Änderungen will der Stiftungsratspräsident den Rekurs weiterziehen. Damit droht der Rad-WM das Aus.

image

Das WEF rechnet mit Umwälzungen in einem Viertel aller Jobs

Innerhalb von fünf Jahren sollen 69 Millionen neue Jobs in den Bereichen Gesundheit, Medien oder Bildung entstehen – aber 83 Millionen sollen verschwinden.

image

Das Kantonsspital Obwalden soll eine Tochter der Luks Gruppe werden

Das Kantonsspital Obwalden und die Luks Gruppe streben einen Spitalverbund an. Mit einer Absichtserklärung wurden die Rahmenbedingungen für eine künftige Verbundlösung geschaffen.