Corona: Schweiz schliesst Vertrag mit Impfstoffhersteller ab

Mit dem Modena-Impfstoff könnten gut zwei Millionen Menschen geimpft werden. Noch muss der Impfstoff aber seine Tauglichkeit beweisen.

, 7. August 2020, 06:30
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Erst ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus dürfte weltweit für eine Normalisierung der Situation sorgen. Um der «Schweiz einen frühen Zugang zum Impfstoff von Moderna» zu ermöglichen, hat der Bund nun einen Vertrag mit dem Hersteller Modena unterzeichnet, wie der Bundesrat am Freitag mitteilt. Der Vertrag beinhaltet den Bezug von 4,5 Millionen Impfdosen. Der Bund sei aber weiterhin auch mit anderen Impfstoff-Unternehmen im Gespräch.

Internationaler Verteilkampf

Das Impfstoff-Projekt von Modena, so schreibt die Landesregierung weiter, sei schon fortgeschritten. Doch muss der Impfstoff seine Tauglichkeit noch in der klinische Testphase beweisen. Voraussichtlich werden zwei Impfdosen dieses Imfpfstoffes notwendig sein. Der Impfstoff würde also für rund einen Viertel der  Bevölkerung reichen. Es werde «davon ausgegangen, dass anfangs nicht genügend Impfdosen für eine breite Durchimpfung der gesamten Schweizer Bevölkerung zur Verfügung stehen werden», so der Bundesrat.
Das Kämpfen der Länder um die beschränkte Impfstoffkapazitäten kann durchaus auch kritisch betrachtet werden: Drohen doch ärmere Länder leer auszugehen. Der Bundesrat schreibt dazu, dass die Schweiz «multilaterale Vorhaben zur gerechten Verteilung eines zukünftigen Impfstoffes» unterstütze - führt dies jedoch nicht weiter aus.

«Neuartige Technologie»

Modernas mRNA-Impfstoff setzt gemäss der Mitteilung auf eine «neuartige Technologie». Die mRNA sei «eine Art Botenmolekül, die die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen mit sich trägt. Diese sagt den Körperzellen, wie sie ein Virus-Protein herstellen sollen. Sobald das Protein im Körper produziert wird, wird es vom Immunsystem als Anti-Gen erkannt, welches danach Antikörper gegen das Virus produziert und so den Körper auf die Bekämpfung des Virus vorbereitet.»
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