Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

, 29. Januar 2021, 08:00
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Das Zürcher Kindespital wird 2023 in einen Neubau auf der Grünen Wiese umziehen. Im Dezember wurde der sogenannte  Lehre-, Labor- und Forschungsturm im Rohbau abgenommen - im Januar der zweite Bau. Nun könnte es aus einem überraschenden Grund zu einer Bauverzögerung kommen. Es sei ein erfreulicher Grund, meint Martin Vollenwyder, Präsident der Eleonorenstiftung, die das Kinderspital betreibt. 
Im Lehre-, Labor- und Forschungsturm hat nämlich ein Wanderfalke zu nisten begonnen. Wanderfalken sind potenziell vom Aussterben bedroht und stehen deshalb auf der Roten Liste der geschützten Tierarten. Wie Vollenwyder im Rahmen des DRG-Forums sagte, prüft man nun zusammen mit einem ornithologischen Verein, ob eine Versetzung des Nestes möglich ist.

Wanderfalke

Der Wanderfalke erlitt gemäss der Schweizer Vogelwarte «ab Mitte der Fünfzigerjahre europaweit massive Bestandseinbussen, weil er empfindlich auf schlecht abbaubare Umweltgifte reagiert. Das hat den prächtigen Greifvogel in der Schweiz an den Rand des Aussterbens gebracht. Dank dem Verbot einzelner Pestizide und dem gesetzlichen Schutz hat es der Wanderfalke geschafft, zum erfolgreichen Rückkehrer zu werden. Die schnittigen Flieger erreichen im Sturzflug atemberaubende Geschwindigkeiten und stürzen sich wie ein Geschoss auf ihre Beute.»
Gipser und Corona
Doch auch die Corona-Pandemie sorgt für spezielle Herausforderungen bei den derzeit anstehenden Gipserarbeiten. Fast hundert Fachleute werden dazu benötigt. Doch die einzelnen Firmen wollen jeweils nicht zu viele ihrer Arbeitenden auf einer Baustelle haben, erklärt Vollenwyder. Denn wenn auf der Baustelle Corona-Fälle auftreten, würden sonst ein Gros der Belegschaft einer Gipserfirma ausfallen. Und so gipsen nun viele verschiedene Firmen im künftigen Kispi.
Weder mit Ornithologie noch mit Viren zu tun hat eine weitere Herausforderung für die Eleonorenstiftung: Man musste die Baulose verkleiner, weil man nicht genügend Firmen fand, welche die komplexen Aufträge ausführen konnten. Dennoch sei alles im Zeitplan, versichert Vollenwyder.
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