Genfer Unispital: «Geheimhaltungskultur» innerhalb der Leitung

Der kantonale Rechnungshof stellt der Governance der Genfer Universitätsklinik (HUG) ein schlechtes Zeugnis aus.

, 19. September 2017, 07:50
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In einem Bericht ermahnt die Finanzkontrolle des Kantons Genf (cour des comptes) hauptsächlich der mangelnde Informationsfluss innerhalb des Verwaltungsrates der Hôpitaux universitaires de Genève (HUG). Das Präsidium habe etwa wichtige Dokumente, Protokolle oder Auditberichte der Mehrheit des Gremiums vorenthalten, wie aus einer Mitteilung des Rechnungshofes hervorgeht.
Im Bericht steht weiter, die Generaldirektion der HUG sollte allen Mitgliedern des Verwaltungsrates eine Liste mit strategischen Themen zu Verfügung stellen. Als Beispiele nennt der Rechnungshof die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen Waadt und Genf, das Thema personalisierte Medizin oder die Kooperation mit Privatkliniken.

«Besorgniserregende Organisationsstruktur»

Die zu Beginn der Prüfung vorherrschende Organisation des Verwaltungsrates war vor allem wegen mangelnder Zugang zu Informationen für alle Mitglieder «besorgniserregend», hält die Behörde fest. Allerdings wurden in der Zwischenzeit konkrete Massnahmen durch den Verwaltungsrat ergriffen. Die Situation habe sich erheblich verbessert.
Ziel der Analyse war es, die Governance vor dem Hintergrund des Gesetzes, der internen Richtlinien und der Effizienz und der Effektivität genauer unter die Lupe zu nehmen, heisst es. Anlass dafür gaben mehrere Beschwerden von internen und externen Stellen.

Der Bericht des Rechnungshofes mit den 17 Empfehlungen ist hier abrufbar.

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