Basel: «Gesundheits-Departement torpediert Hausarztförderung»

Das Basler Gesundheitsdepartement empfiehlt, Erstberatungen in Apotheken vorzunehmen. Das sorgt bei der Medizinischen Gesellschaft Basel (MedGes) für Unmut.

, 13. November 2017, 08:35
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«Bei unkomplizierten Erkrankungen wie Augen- oder Blasenentzündungen sind die netCare-Angebote der Apotheken hilfreich.» Das steht in einer Broschüre des Basler Gesundheitsdepartements.
Dagegen hat die Basler Medizinische Gesellschaft (MedGes) beim Vorsteher des Gesundheitsdepartements, Lukas Engelberger, Protest eingelegt, wie die «Basler Zeitung» meldet.

«Hausärzte entlasten»

«Wieder einmal mehr wird die von euch so gepriesene Förderung der Hausarztmedizin nicht wahrgenommen», schreibt MedGes-Präsident Felix W. Eymann. Im Gegenteil: Sie werde von hinten durch Aufruf zum Gang in die Apotheke torpediert, so FDP-Grossrat Eymann weiter.
Es habe eine Logik, wenn einfache Krankheitsfälle in den Apotheken abgeklärt werden können, sagt Engelberger der Zeitung. «Damit entlasten wir die Hausärzte.» Er verweist zudem auf das neue Heilmittelgesetz.
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