Ausnahmen bei der neuen Ärzte-Zulassung geplant

Mit den neuen Zulassungsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte droht ein Ärztemangel. Die Gesundheitskommission will nun eine Unterversorgung verhindern.

, 28. Mai 2022, 05:41
image
  • ärzte
  • zulassung
  • politik
Eine neue Initiative verlangt eine Ausnahmeregelung bei den neuen Zulassungsbedingungen für Ärzte einzuführen. Dadurch soll verhindert werden, dass es zu einem Ärztemangel kommt. Dies hat vor kurzem die Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates entschieden – mit 24 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung.
Seit dem 1. Januar 2022 gilt die neue Fassung von Artikel 37 Absatz 1 des Krankenversicherungsgesetzes (KVG). Nach jahrelangen Diskussionen wurden die Zulassungsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte gegenüber dem alten Recht verschärft. Insbesondere in der ambulanten Grundversorgung droht als Folge dieser neuen Zulassungsvoraussetzungen eine Unterversorgung.

Ausnahme bei der dreijährigen Tätigkeitspflicht

Neu müssen Ärztinnen und Ärzte, die Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) erbringen wollen, in dem Fachgebiet, für das sie die Zulassung beantragen, mindestens drei Jahre an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte gearbeitet haben. 
Die nationalrätliche Gesundheitskommission möchte mit der parlamentarischen Initiative diese neue Regelung nun nach weniger als sechs Monaten nach Inkrafttreten um eine Ausnahme bei unzureichender medizinischer Versorgung ergänzen. Es soll in einem nächsten Schritt ein Erlassentwurf ausgearbeitet werden. 
Die Bestimmungen sollen in folgendem Sinne ergänzt werden:
Bei einer nachgewiesenen Unterversorgung können Ärzte, die über einen der folgenden eidgenössischen Weiterbildungstitel verfügen, von der Anforderung, während drei Jahren an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte gearbeitet zu haben, ausgenommen werden:
  • a. Allgemeine innere Medizin als einziger Weiterbildungstitel;
  • b. Praktischer Arzt oder praktische Ärztin als einziger Weiterbildungstitel;
  • c. Kinder- und Jugendmedizin.
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Not im Notfallzentrum: Jetzt wollen Zuger Hausärzte helfen

Das Zuger Notfallzentrum ist an seiner Belastungsgrenze. Nach einem Aufruf der Ärztegesellschaft wollen rund 20 Arztpraxen unter die Arme greifen.

image

Unser Gesundheitssystem ist krank – Lösungsvorschläge zur Heilung

Unser Gesundheitswesen ist krank! Die Kosten steigen überdurchschnittlich, was zu einer höheren Belastung von uns Prämienzahlerinnen und Prämienzahlern führt. Die Prämienlast ist für viele und insbesondere für junge Familien zu hoch. Es braucht endlich griffige liberale Massnahmen!

image

Interpharma wählt Astra-Zeneca-Präsidentin zur Vorsitzenden des Exekutivkomitees

Die Mitglieder des Branchenverbands haben Katrien De Vos, Länderpräsidentin Astra Zeneca Schweiz, zur Vorsitzenden des Executive Committees gewählt. Das sind ihre Ziele im Gesundheitswesen.

image

Demenz: Alle 16 Minuten kommt ein neues Opfer hinzu

In der Schweiz leben laut Schätzungen von Demenz Schweiz rund 150'000 Menschen mit Demenz – bis 2050 sollen es über 300'000 sein. Der Verein wünscht sich Medikamente für alle.

image

Pflegeinitiative: Ständerat bejaht dringenden Handlungsbedarf

Der Ständerat hat heute Dienstag dem Bundesgesetz über eine Ausbildungsoffensive und dem eigenverantwortlichen Bereich für Pflegefachpersonen einstimmig zugestimmt.

image

Blutvergiftung: Experten geben nationalen Aktionsplan bekannt

Just zum Welt-Sepsis-Tag von heute Dienstag lanciert ein Schweizer Experten-Gremium einen Aktionsplan, der die Behandlung von Menschen mit Sepsis verbessern soll.

Vom gleichen Autor

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.

image

Ärzte greifen während Arbeit zu Alkohol und Drogen

Da die Belastung im Gesundheitswesen hoch ist, erscheinen offenbar Ärzte sogar betrunken oder high zur Arbeit. Dies zumindest geht aus einer Umfrage aus den USA hervor.

image

Ist Mikroplastik im Blut eine Gefahr für die Gesundheit?

Die Basler Nationalrätin Sarah Wyss will wissen, welchen Einfluss Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit hat. Hier die offizielle Antwort des Bundesrates.