Ärzteeinkommen: Bald soll Schluss mit Intransparenz sein

Per Ende Jahr will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die lang erwartete Studie zu den Ärzteeinkommen vorlegen.

, 21. April 2017, 07:50
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Seit nun fünf Jahren werden die Einkommen der Ärzte im ambulanten Bereich in der Schweiz nicht mehr veröffentlicht. Dies will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nun ändern, wie die Sendung «10vor10» am Donnerstag berichtete.
Geplant sei eine Pilotstudie. «Wir werden die Einkommensdaten mit grosser Zuverlässigkeit per Ende 2017 bereithalten», sagte Stefan Spycher zu SRF. Er leitet die Abteilung Gesundheitspolitik beim BAG.

Der ganze Beitrag auf «10vor10», Blackbox Ärztelöhne 

(Dauer: 04:32 Minuten)

Einkommen einzelner Fachrichtungen abbilden

Spycher zufolge sollen die Einnahmen aus der obligatorischen Krankenversicherung und aus der Unfall- und Zusatzversicherung erfasst werden.
«Die Daten werden genug zuverlässig sein, um zu zeigen, wie hoch die Einkommen einzelner Fachrichtungen sind und wie sich die Löhne beispielsweise von Hausärzten und Spezialisten unterscheiden», so der Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik weiter.

Was die FMH dazu sagt

Die Ärztevereinigung FMH zeigt laut dem Beitrag auf SRF Interesse an der neuen Studie des BAG. Es werde sich zeigen, ob diese tatsächlich verlässlichere Daten hervorbringen werde, sagte FMH-Vorstandsmitglied Christoph Bosshard zu «10vor10».
«Der Bund versäumt es seit Jahren, eine neue Statistik zu präsentieren», fügte Bosshard hinzu. Dass er diese Chance nicht wahrnehme, bezeichnet er im Beitrag als «unverständlich». Die FMH darf die Ärzteeinkommen selbst nicht mehr erheben; der Bund hat es ihr auf Grund methodischer Unschärfen untersagt.
Die Transparenz ist ihm zufolge zu begrüssen, allerdings nur bei Einkommen, die aus der Sozialversicherung, also etwa der obligatorischen Krankenversicherung generiert werden. «Bei den Einkommensanteilen, etwa aus der Zusatzversicherung, sieht die FMH kein Bedarf nach Transparenz», so Bosshard gegenüber SRF.
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