Pflegemitarbeiterin wehrt sich erfolglos gegen Schichtumteilung

Ein Gesundheitsbetrieb im Kanton Zürich zieht eine Pflegeassistentin von der Nachtwache ab. Sie hat den Fall bis vor das Bundesgericht gezogen.

, 26. September 2022 um 13:55
image
Die Pflegemitarbeiterin verlangte eine Abfindung sowie Schadenersatz und Genugtuung. | Symbolbild Pixabay
Mehrere Reklamationen bezüglich des Umgangs einer Pflegeassistentin gegenüber den Bewohnenden hatten die Vorgesetzten unter anderem dazu veranlasst, sie von der Nachtwache in den Tagdienst umzuteilen. Geschehen ist dies im April 2020 in einem Alterszentrum der Stadt Opfikon im Kanton Zürich, wo die Frau mit Jahrgang 1964 seit über 30 Jahren arbeitete.
Die Pflegeassistentin wollte dies aber nicht hinnehmen. Sie verlangte die Rücksetzung in den Nachtdienst und eine Entschädigung von 6 Monatslöhnen aufgrund einer missbräuchlichen Änderungskündigung. Zudem ersuchte sie um eine Abfindung in der Höhe von 15 Monatslöhnen sowie einer Geldsumme von zwischen 20'000 und 30'000 Franken als Schadenersatz und Genugtuung, was allerdings von den entsprechenden Instanzen abgewiesen wurde.

«Eine kleinräumige Verlegungen des Arbeitsorts»

Die Frau wehrte sich in der Folge bis vor das Bundesgericht. Sie bemängelte unter anderem eine Lohneinbusse von 20 Prozent und dass es sich bei der Umteilung um eine «Sanktion» handle. Die Pflegeassistentin wollte zudem eine Persönlichkeitsverletzung geltend machen, ausgelöst durch die interne Information an das Nachtwache-Team. Denn die Meldung habe als fristlose Entlassung aufgefasst werden können.
Die sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichtes in Luzern hat die Beschwerde nun aber abgewiesen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Urteil hervorgeht. Die Umteilung in den Tagdienst sei eine unwesentliche Änderung des Tätigkeitsbereiches und eine kleinräumige Verlegungen des Arbeitsorts sei rechtmässig und nicht anfechtbar; ein Entschädigungsanspruch sei abzulehnen. Und zusammenfassend liege auch keine Persönlichkeitsverletzung vor, so das höchste Gericht. Die Gerichtskosten von 1'000 Franken werden der Pflegeassistentin auferlegt.
  • Urteil 8C_173/2022

  • pflege
  • altersheim
  • bundesgericht
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Bern will seine Spitex neu organisieren

Derzeit gibt es im Kanton Bern 47 Spitex-Regionen. Diese Zahl soll nun deutlich sinken – am besten auf 18.

image

Patrick Hässig im Vorstand von Spitex Zürich

Zugleich schuf der Spitex Verband Kanton Zürich einen neuen Fachbeirat.

image

Weniger Bürokratie in der Pflege

Der Bundesrat sollte die Bürokratie in der Pflege abbauen. Er hält aber nichts davon.

image

Das Dahlia-Pflegeheim in Huttwil geht zu

Dahlia kürzt im Oberaargau ihr Pflegeangebot um 55 Plätze. Entlassungen sind aber nicht vorgesehen.

image

Pflege heisst Action, Stories und Emotionen

Das Berner Bildungszentrum Pflege zeigt: Um Nachwuchs anzuwerben, muss man halt kräftig mit Klischees arbeiten.

image

Bericht: Bundesrat will Arbeitsbedingungen in der Pflege detailliert regeln

Geprüft wird unter anderem eine Spannbreite der Arbeitszeit, eine Ankündigungsfrist für Dienstpläne oder mehr Geld für Kurzfrist-Einsätze.

Vom gleichen Autor

image

Kantonsspital Glarus verliert GL-Mitglied

Thomas Kühnis, Chef der Finanzen, Informatik und Betriebe, verlässt nach neun Jahren die Geschäftsleitung des Kantonsspitals Glarus.

image

Neue Ärzte-Tarife auf dem Weg zur Genehmigung

Die Tarifpartner beantragen wie geplant die Genehmigung eines Tarifsystems aus ambulanten Pauschalen und Tardoc.

image

Schatten über dem Verkauf des Spitals Flawil

Wurden beim Verkauf des Spitals Flawil die Vertragspartner getäuscht? Mehrere Kantonsparlamentarier verlangen Antworten von der St.Galler Regierung.