Für den Neubau: GZO bittet Kanton um 50-Millionen-Garantie

Elf Aktionärsgemeinden und die GZO AG Spital Wetzikon beantragen beim Kanton Zürich eine Garantie von 50 Millionen Franken für die Fertigstellung des Neubaus.

, 3. Februar 2026 um 07:37
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Die Baustelle des Spitalneubaus in Wetzikon (GZO AG) steht seit Anfang Mai 2024 still. Bild: Medinside
Das Spital Wetzikon hat beim Kanton Zürich erneut ein Gesuch um Unterstützung eingereicht. Elf Aktionärsgemeinden und die GZO AG Spital Wetzikon beantragen eine Kantonsgarantie von 50 Millionen Franken, um zu marktüblichen Konditionen Kapital für die Fertigstellung des Neubaus aufnehmen zu können.
Im Gegenzug soll der Kanton Zürich das Spitalareal als Pfand erhalten. Das geht aus einer Medienmitteilung des Spitals hervor. Der Spitalfinanzierungsmarkt sei derzeit stark angespannt, halten die Aktionärsgemeinden und das Spital fest.
Es ist nicht der erste Anlauf: Bereits im März 2024 hatte das Spital den Kanton um Unterstützung ersucht. Damals ging es um 180 Millionen Franken, einen Antrag, den der Kanton ablehnte.

«Königsweg»

«Die Sanierung schreitet nach Plan voran. Der Kanton könnte jedoch die Tür zum Königsweg öffnen – wovon alle Anspruchsgruppen profitieren könnten», wird Verwaltungsratspräsident Andreas Mika zitiert. Die Gemeinden und ihre Bevölkerung erhielten damit eine nachhaltige Gesundheitsversorgung mit zeitgemässer Infrastruktur. Für den Kanton entstehe mit der grundpfandrechtlich gesicherten Garantie zudem ein Modell, das sich auch auf andere Spitäler übertragen lasse.
Nach Angaben der GZO AG zeigt die Sanierung Wirkung: Der operative Betrieb laufe stabil, die Stimmbevölkerung habe einer Kapitalerhöhung deutlich zugestimmt, und derzeit werde ein Nachlassvertrag mit den Gläubigern ausgearbeitet. Parallel dazu werde die Finanzierung für die Fertigstellung des Neubaus vorangetrieben.
Der Neubau sei sowohl betriebswirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoller als eine Sanierung des Altbaus, heisst es weiter. Gespräche mit potenziellen Kapitalgebern hätten gezeigt, dass das Projekt grundsätzlich als tragfähig eingeschätzt werde. Investitionen seien jedoch angesichts der aktuellen Marktlage nur mit einer Staatsgarantie möglich.
Über das neue Gesuch hat der Zürcher Regierungsrat bislang nicht entschieden.
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