Fast jeder vierte will Krankenkasse wechseln

Bald dürfte der grosse Wechsel anstehen: 23 Prozent der Bevölkerung wollen nächstes Jahr eine andere Krankenversicherung.

, 31. August 2022 um 07:21
image
Geld sparen mit einem Wechsel der Krankenkasse: Das ist die Hoffnung vieler, die derzeit eine Kündigung ihrer bisherigen Versicherung erwägen. | em
Darf man der Umfrage des Vergleichsportals «bonus.ch» glauben, wird es im Krankenversicherungsmarkt zu einer grossen Wechselbewegung kommen: 23 Prozent ziehen in Betracht ihre Krankenkasse zu wechseln.

Letztes Jahr wechselten nur acht Prozent

Zum Teil dürfte diese hohe Zahl eine Kompensation des letzten Jahres sein. 2021 hatte nämlich kaum jemand Lust, die Kasse zu wechseln. Nur knapp acht Prozent vollzogen diesen Schritt – ein historischer Tiefstand, was aber kaum verwunderlich ist. Denn kaum eine Kasse erhöhte ihre Prämien, und wenn, dann nur moderat.
Dieses Jahr ist das anders: Es droht ein beträchtlicher Anstieg. Diese Prognose sorgt nun für grosse Wechsellust: 23 Prozent ziehen eine Kündigung ihrer derzeitigen Kasse in Betracht.

Im Tessin fast die Hälfte wechselwillig

Interessant ist, dass im Tessin sogar fast die Hälfte der Bevölkerung wechseln will. In der italienischsprachigen Schweiz wurde allerdings auch eine überdurchschnittliche Prämienerhöhung von fast zehn Prozent angekündigt.
Erfahrungsgemäss setzen viele Befragte ihre Absicht schliesslich nicht um. Dazu kommt, dass die Befragung nicht repräsentativ ist. Denn die Befragten sind Nutzer des Prämienvergleichsportals - und damit a priori schon eher wechselwillig.

Höhere Prämien - mehr Kündigungen

In der Vergangenheit zeigte sich aber trotzdem, dass Prämienerhöhungen ein wichtiger – wenn nicht gar der wichtigste – Grund für einen Kassenwechsel sind.
Am wenigsten Interesse an einem Wechsel zeigen wie schon in früheren Umfragen die Deutschschweizer: Nur 15 Prozent erwägen eine Kündigung. Bei den Westschweizern sind es 24 Prozent. An der Umfrage im Juli 2022 haben gut 2'600 Personen teilgenommen.
  • versicherer
  • prämien
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Krankenkassendirektor schlägt vor: Nur noch acht Kassen

Gäbe es viel weniger Kassen, wäre das billiger – und «das Rezept gegen eine Einheitskasse», sagt der Chef der KPT.

image

Grosse Krankenkasse kündet Vertrag mit Genfer Spital

Preisstreit in Genf: Weil das Hôpital de La Tour «missbräuchliche» Tarife verlange, will die Groupe Mutuel nicht mehr zahlen.

image

Der Druck der Finma zeigt Wirkung

Rund 1700 Verträge zwischen Spitälern und Krankenzusatzversicherern müssen laut den neuen Transparenzvorschriften angepasst werden.

image
Gastbeitrag von Tristan Struja und Alexander Kutz

Doch, Privatversicherte beanspruchen mehr Leistungen

Wir sollten nicht bestreiten, dass Zusatzversicherungen eher zu Überversorgung führen. Vielmehr sollten wir das Bewusstsein dafür schärfen.

image

Auch geschrumpfte Sympany verlor Geld

Trotz Stellenabbau: Die Basler Krankenkasse Sympany machte wieder Verlust. Letztes Jahr waren es 58 Millionen Franken.

image
Gastbeitrag von Heinz Locher

Liebe Spitäler: Die Lage darf nicht fatalistisch akzeptiert werden

Hier Krankenkassen, da Spitäler: Das heutige Verhältnis zwischen den Tarifvertrags-Parteien in einem Kernprozess des KVG ist unhaltbar. Und es gäbe auch Alternativen.

Vom gleichen Autor

image

Universitätsspital Zürich erhält Preis für Reha-Forschung

Ein Zürcher Forschungsteam wird ausgezeichnet für seine Untersuchungen zur Rehabilitation von Herz- und Lungen-Patienten.

image

Neue Direktorin für das Spital Nidwalden

Ursina Pajarola ist ab Oktober die Direktorin des Spitals Nidwalden. Sie leitet derzeit noch eine Altersresidenz.

image

Deshalb bauten die Stararchitekten das neue Kispi

Seid ihr noch bei Trost, fragte sich ein SVP-Politiker beim Anblick des neuen Kinderspitals Zürich. Es gibt aber Gründe für den exklusiven Bau.