Diese Geräte boomen in den Schweizer Spitälern

CT-Scanner sind die meistgenutzten medizinischen Grossgeräte. Nicht mehr gefragt sind Nierenstein-Zertrümmerer.

, 30. Dezember 2024 um 05:12
image
CT-Scanner: 235 Geräte dieser Art standen letztes Jahr in Schweizer Spitälern. Sie wurden weit über eine Million Mal für Untersuchungen genutzt. | Adobe Stock
2023 waren die Schweizer Spitäler mit 235 CT-Scanner ausgestattet. Das zeigt die neue Krankenhaus-Statistik des Bundesamts für Statistik. Das sind 38 Geräte pro Million Einwohner. Damit liegt die Schweiz bei der Dichte solcher Geräte europaweit an vierter Stelle hinter Griechenland, Island und Dänemark. Weltweit an der Spitze liegt allerdings Japan mit 115 Geräten pro Million Einwohner.
Die relativ günstigen und schnellen CT-Scanner werden intensiv genutzt: Laut Statistik wurden damit im letzten Jahr 1,2 Millionen CT-Untersuchungen durchgeführt. Das sind 14 Untersuchungen pro Gerät und Tag.

9 MRI-Untersuchungen pro Gerät und Tag

Wie wichtig bildgebende Geräte für die Diagnosestellung und die Patientenbehandlung geworden sind, zeigt sich auch bei der Zahl der Magnetresonanztomografen (MRI). Mit den 241 MRI-Geräten sind 816'000 Untersuchungen gemacht worden. Das entspricht durchschnittlich 9 Untersuchungen pro Tag.

So viele Geräte stehen in Schweizer Spitälern

image
Quelle: BFS
Immer öfter werden in Schweizer Spitälern so genannte PET-Scanner für die Positronen-Emissions-Tomographie angeschafft. Die nuklearmedizinischen Geräte sind zwar sehr teuer und die Untersuchung ist aufwändig. Doch sie eignen sich gut für die Krebsdiagnostik. Die Zahl der PET nimmt denn auch jährlich um zwei bis drei Geräte zu. Derzeit sind 41 Geräte in Betrieb. Und die Zahl der Untersuchungen ist in den letzten Jahren von 31'000 auf 80'000 pro Jahr gestiegen.
Hingegen stagniert die Zahl der Gamma-Cameras in den letzten zehn Jahren. Es gibt davon derzeit 66 Stück. Die Zahl der Untresuchungen ist rückläufig. Der Grund dafür: Die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) ist häufig die bessere Alternative.
Tendenziell zunehmend ist die Zahl der Angiographiegeräte für Bilder von Blutgefässen. Davon gab es in der Schweiz letztes Jahr 152 Stück. Damit wurden 124'000 Untersuchungen vorgenommen.

Vergleich Nutzungszahlen 2013 und 2023

image
Quelle: BFS

Immer weniger Zertrümmerer

Bei den medizinischen Grossgeräten, die vor allem für Behandlungen genutzt werden, fällt vor allem eines auf: Nicht mehr gefragt sind Lithotriptoren – Nierenstein-Zertrümmerer. Immer weniger dieser Gerät stehen in den Schweizer Spitälern, und auch die Zahl der Behandlungen ist in den letzten zehn Jahren auf ein Drittel zurückgegangen. Der Hauptgrund für diese Entwicklung: Endoskopische Methoden haben in vielen Fällen die Stosswellen-Steinzertrümmerung ersetzt. Diese Methoden sind präziser und oft wirksamer. Ausserdem sind Lithotriptoren teuer.

Dafür immer mehr Dialysen

Bei der Zahl der Geräte nehmen die Dialysegeräte nach wie vor den Spitzenplatz in der Schweiz ein: In den letzten zehn Jahren hat die Anzahl von 1140 auf 1348 zugenommen. Damit wurden 456'000 Behandlungen vorgenommen.
Auch Linearbeschleuniger für die Radiotherapie werden von den Spitälern angeschafft. Die Zahl hat innert zehn Jahren von 52 auf 70 Geräte zugenommen. Damit wurden im letzten Jahr 400'000 Behandlungen vorgenommen.
    Artikel teilen

    Loading

    Kommentar

    Mehr zum Thema

    image

    Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


    Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.

    image

    Zukunft gestalten: MSc Healthcare Leadership an der BFH

    Die Herausforderungen im Gesundheitswesen verlangen nach Fachpersonen mit umfassenden Führungsqualitäten. Hier setzt das schweizweit einzigartige Master-Studium Healthcare Leadership der BFH an. Im Herbst 2026 startet die nächste Durchführung in Bern.

    image

    Schweiz lockert Regeln für Blutspender

    Ab Anfang Februar dürfen in der Schweiz wieder mehr Menschen Blut spenden – darunter Personen mit früheren Transfusionen, längeren Aufenthalten in Grossbritannien oder nach bestimmten medizinischen Eingriffen.

    image

    Neuer Labortest zeigt, wie effektiv Antibiotika einzelne Bakterien töten

    Statt nur das Bakterienwachstum zu beurteilen, analysiert ein neu entwickelter Test aus Basel, ob Antibiotika einzelne Erreger tatsächlich abtöten – und wenn ja, wie schnell. Die Methode könnte helfen, Therapieerfolge realistischer einzuschätzen.

    image

    PDAG: Weniger Fremdpersonal, höhere Patientensicherheit

    Seit einem Jahr können Mitarbeitende der Psychiatrischen Diensten Aargau ihre Dienste flexibel gestalten – die Kosten für externe Fachkräfte sinken seither, CIRS-Meldungen gehen zurück.

    image

    KSBL: Neue Leitung der Frauenklinik und Ausbau des Angebots

    Damit soll die Weiterentwicklung des Brustzentrums am Kantonsspital Baselland vorangetrieben werden. Die Leitung übernehmen Rosanna Zanetti Dällenbach und Brigitte Frey. Verstärkt wird das Team durch Roberto Rodriguez.

    Vom gleichen Autor

    image

    Hochgebirgsklinik Davos hat neue Chefärztin für Pneumologie

    Tsogyal Latshang ist die neue Chefärztin Pneumologie der Hochgebirgsklinik Davos. Der bisherige Chefarzt wird Leitender Arzt.

    image

    Maximal zwei Nächte im Notfall Wattwil: «Medizinisch nicht begründbar»

    Der Kanton St. Gallen wollte nicht zahlen, wenn Patienten länger als 48 Stunden im Notfallzentrum der Berit-Klinik bleiben. Das Gericht rügt nun den Kanton.

    image

    Auch Davos muss vielleicht Geburtsabteilung streichen

    Ein weiteres Spital sieht die Zukunft seiner Geburtsabteilung in Gefahr. Davoser Politiker wollen, dass das Spital künftig weniger Leistungen anbietet – ähnlich wie das Spital Muri.