«Historische Abstimmung»: Weg frei für neues Kantonsspital im Jura

Das Hôpital du Jura beantragte eine Garantie über 95 Millionen Franken für ein neues Spital in Délémont. Nach der Regierung gab nun auch das Parlament grünes Licht.

, 12. Dezember 2025 um 03:00
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Visualisierung des Bauprojekts in Délémont  |  Bild: PD
Die jurassische Regierung und nun auch das Parlament bewilligen dem Hôpital du Jura eine neue Klinik in Délémont. Die Volksvertreter stimmten einer kantonalen Bürgschaft in Höhe von 95 Millionen Franken zu – ein «historisches» Votum, wie die Spitalleitung in einer Nachricht auf LinkedIn kommentierte.
Konkret untermauerte das jurassische Parlament mit seinem Entscheid ein Pensionskassen-Darlehen und Bankkredite.
Das Hôpital du Jura hatte diesen Sommer ein Projekt für ein neues Akutspital vorgestellt, das südlich des Bahnhofs von Délémont entstehen soll. Das neue Gebäude mit einer Fläche von 19'000 Quadratmetern soll die bestehende Infrastruktur ersetzen.
Eines der Ziele dabei: Die Attraktivität des Spitals für Gesundheitsfachleute soll erhöht werden – nicht nur durch den Neubau selbst, sondern insbesondere auch dank der Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

«Patriotische Bedingungen»

Das Gesamtvolumen der dafür benötigten Anleihen beträgt 160 Millionen Franken. Wichtig war dabei ein «Bürgerdarlehen» jurassischer Wirtschaftsvertreter, welches wiederum andere institutionelle Partner anlockte. Die Finanzierung des neuen Spitals soll nun also ohne direkte Subventionen des Kantons erfolgen:
  • 65 Millionen kommen als Kredite von lokalen privaten Partnern «zu patriotischen Bedingungen», also unter marktüblichen Zinsen;
  • 20 Millionen kommen als Darlehen von der kantonalen Pensionskasse;
  • 75 Millionen kommen als externer Bankkredit.
Die Garantien des Staates beziehen sich nur auf die beiden letzten Anleihen. Mit dieser Konstruktion behält das Spital die öffentliche Kontrolle über seine Infrastruktur, zugleich ist der Kanton über die Garantiemechanismen in die Überwachung des Projekts einbinden.
Die Grundsteinlegung ist für 2027 geplant, die Inbetriebnahme wird für 2032 erwartet.

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