Hôpital du Jura machte 750'000 Franken Gewinn

Das Hôpital du Jura weist im dritten Jahr in Folge einen Gewinn aus. Es setzt auf den Ausbau der ambulanten Versorgung.

, 26. Juni 2025 um 07:05
image
Bild: RTS, PD
Das Hôpital du Jura kann seine positiven Abschlüsse der letzten Jahre fortsetzen: 2024 schloss es mit einem Gewinn von 750'000 Franken ab. Auch im Jura steigen die ambulanten Behandlungen kontinuierlich. Sie brachten Einnahmen von 210 Millionen Franken.
Im Jahr 2024 verzeichnete das Hôpital du Jura fast 30'000 Notaufnahmen und rund 9000 Spitalaufenthalte.
Das Spital konnte seine Betten der Kategorie C – die für Patienten reserviert sind, die auf einen Platz in einem Pflegeheim warten – innerhalb eines Jahres von 28 auf 16 reduzieren. Diese Betten sind teuer und wenig rentabel.

Mehr Personal

Der Personalbestand des Spitals stieg von 1'968 im Vorjahr auf 2'023 Ende 2024, wobei jedoch ein leichter Rückgang der Vollzeitäquivalente zu beobachten ist. Die Personalfluktuation hat sich beschleunigt.
Die Lohnfrage ist nach wie vor ungelöst. Im März 2025 unterzeichneten 842 Angestellte des Hôpital du Jura eine Petition für eine Lohnerhöhung. Während in anderen Teilen der Schweiz die Löhne des Pflegepersonals vielfach angehoben wurden, stagnieren sie im Hôpital du Jura. Fast die Hälfte des Personals hat deshalb die Petition unterzeichnet, um den Kanton zum Eingreifen aufzufordern.
«Die Tarife sind immer noch unzureichend, sie zwingen uns zu äusserster Vorsicht und erlauben uns nicht, die Gehälter so anzupassen, wie wir es gerne hätten», beklagt Spital-Präsident Jacques Gygax im Jahresbericht die Situation.

Neue Hausarztzentren Mediqo

Das Spital hat in seinen Hausarztzentren Mediqo in Delsberg, in Pruntrut und in Saignelégier bisher mehr als 5400 Patienten betreut. Insgesamt konnten dort 17 Allgemein- und Kinderärzte rekrutiert werden, von denen die meisten neu in der Region kamen. Ziel ist es, die Inanspruchnahme von Notaufnahmen zu verringern, indem eine leichter zugängliche Erstversorgung angeboten wird.

Ein neues Spital in Delsberg

Ein künftiges Grossprojekt ist der Bau eines neuen Akutspitals am Standort Bahnhof in Delsberg. Das Gebäude soll zur Ambulantisierung und auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung reagieren.
Der fertige Finanzierungsplan und der Zeitplan für das Projekt sollen im August vorgelegt werden.
Hôpital du Jura: Jahresbericht 2024


  • akut
  • Hôpital du Jura
  • jura
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Appenzell Ausserrhoden will Spitalverbund für Private öffnen

Das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum sollen eigenständige Aktiengesellschaften werden. Damit will die Kantonsregierung Beteiligungen ermöglichen – und auch im Personalmarkt punkten.

image

Solothurner Spitäler: Umbau an der Spitze

Der Verwaltungsrat der SoH hat die Direktions-Aufgaben umverteilt. Die Ärzteschaft ist nun auch in der Geschäftsleitung vertreten.

image

Auch KSGR startet Hospital@Home-Angebot

Das Kantonsspital Graubünden beginnt im März ein dreijähriges Hospital@Home-Projekt, unterstützt von der ÖKK. Damit folgt es dem Trend zur externen Akutspital-Versorgung,

image

Epic kostete die Insel 183 Millionen Franken

Erstmals informiert das Berner Inselspital über die Kosten seines US-Klinikinformationssystems: Zu den Anschaffungskosten kamen 100 Millionen Franken für die Einführung hinzu.

image

Erneute Kundgebungen gegen die Versetzung einer Pflegeleiterin des HUG

Nachdem an ihrer Bürotür ein rassistischer Schriftzug aufgetaucht war, wurde eine Pflegeleiterin im Universitätsspital Genf gegen ihren Willen versetzt. Demonstranten fordern ihre Wiedereinstellung.

image

Neuenburger Kantonsspital erwartet auch 2026 tiefrote Zahlen

Trotz einer allmählichen Verbesserung der Lage budgetiert das Réseau hospitalier neuchâtelois RHNe ein Defizit von 12,4 Millionen Franken.

Vom gleichen Autor

image

Kanton Bern will mehr Praxisassistenz-Stellen schaffen

Der Regierungsrat will die Weiterbildung in Hausarzt-Praxen stärker fördern – und möchte in den nächsten vier Jahren 11 Millionen dafür ausgeben.

image

Häusliche Gewalt: Bern übernimmt Westschweizer Idee

Der Kanton Bern startet eine digitale Schulung für Apotheken. Es soll helfen, ältere Menschen zu erkennen und unterstützen, die Opfer von Gewalt geworden sind.

image

Zahnarzt oder Arzt? Viele Senioren müssen wählen

Jede fünfte Person über 65 Jahren verzichtet aus finanziellen Gründen auf eine medizinische Behandlung. Die Ungleichheit beim Zugang zur Gesundheitsversorgung hat sich in den letzten Jahren weiter verschärft.