Zweitgrösstes Berner Spital legt beträchtlich zu

Nach einem schweren 2023 hat sich die Lindenhofgruppe gut erholt: Sie ist wieder in den schwarzen Zahlen und hat mehr Patienten behandelt.

, 15. Mai 2025 um 06:09
image
Das Berner Lindenhofspital: Einer der drei Spital-Standorte der Lindenhofgruppe. | PD
Die Lindenhofgruppe schreibt wieder Gewinn: Knapp 7 Millionen Franken verdiente sie 2024 unter dem Strich. Im Vorjahr verzeichneten die drei Spitäler Engeried, Sonnenhof und Lindenhof zusammen noch einen Verlust in ähnlicher Höhe.
Im Hintergrund steht unter anderem, dass die Lindenhofgruppe auch deutlich mehr Patientinnen und Patienten betreute: 172'000 stationäre Fälle waren es insgesamt, 19'000 mehr als im Vorjahr. Zugelegt haben vor allem die ambulanten Patienten (plus 17'000).
Die Lindenhofgruppe ist das zweitgrösste Spital im Kanton Bern. Sie erhöhte ihren Marktanteil bei den stationären Patienten auf 16,4 Prozent, was wohl vor allem auf Kosten des grössten Berner Spital-Konzerns, der Insel Gruppe, ging.
Allerdings unterscheidet sich der Case-Mix-Index – das heisst die Schwere der behandelten Fälle – der beiden Spitalgruppen massiv: Im Inselspital ist er auf 1,46 gestiegen, die Lindenhofgruppe liegt bei 1,04.

Tiefere Temporär-Kosten

Die Lindenhofgruppe verbesserte letztes Jahr auch ihre Ebitdar-Marge von 4 auf 6,6 Prozent. Der Anteil der Halbprivat- und Privatversicherten ist leicht gesunken und beträgt noch 21,2 Prozent. Im Vorjahr waren es 22,1 Prozent gewesen.
Die Tarifverhandlungen mit den Krankenkassen im Halbprivat- und Privatversicherungsbereich hätten erst spät im Berichtsjahr und mit Preisabschlägen abgeschlossen werden können, teilt die Spitalgruppe dazu mit.
Positiv beurteilt die Leitung der Lindenhofgruppe die Tarifentwicklung im Grundversicherungsbereich: «Mit der Erhöhung um 1,1 Prozent wurde ein Teil der Teuerungsentwicklung kompensiert.»
Die Lindenhofgruppe konnte die Kosten für temporäre Mitarbeitende weiter senken. Insgesamt gab sie für Personallöhne und die Honorare für die Belegärztinnen und Belegärzte 300 Millionenen Franken aus, was einem Anstieg von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Lindenhofgruppe: Geschäftsbericht 2024


  • Lindenhofgruppe
  • akut
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Appenzell Ausserrhoden will Spitalverbund für Private öffnen

Das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum sollen eigenständige Aktiengesellschaften werden. Damit will die Kantonsregierung Beteiligungen ermöglichen – und auch im Personalmarkt punkten.

image

Solothurner Spitäler: Umbau an der Spitze

Der Verwaltungsrat der SoH hat die Direktions-Aufgaben umverteilt. Die Ärzteschaft ist nun auch in der Geschäftsleitung vertreten.

image

Auch KSGR startet Hospital@Home-Angebot

Das Kantonsspital Graubünden beginnt im März ein dreijähriges Hospital@Home-Projekt, unterstützt von der ÖKK. Damit folgt es dem Trend zur externen Akutspital-Versorgung,

image

Epic kostete die Insel 183 Millionen Franken

Erstmals informiert das Berner Inselspital über die Kosten seines US-Klinikinformationssystems: Zu den Anschaffungskosten kamen 100 Millionen Franken für die Einführung hinzu.

image

Erneute Kundgebungen gegen die Versetzung einer Pflegeleiterin des HUG

Nachdem an ihrer Bürotür ein rassistischer Schriftzug aufgetaucht war, wurde eine Pflegeleiterin im Universitätsspital Genf gegen ihren Willen versetzt. Demonstranten fordern ihre Wiedereinstellung.

image

Neuenburger Kantonsspital erwartet auch 2026 tiefrote Zahlen

Trotz einer allmählichen Verbesserung der Lage budgetiert das Réseau hospitalier neuchâtelois RHNe ein Defizit von 12,4 Millionen Franken.

Vom gleichen Autor

image

Konsultation nur beim eigenen Hausarzt – oder gar nicht

Wenn der Hausarzt vorübergehend nicht verfügbar ist, bricht die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen dramatisch ein. Auch wenn andere Ärzte erreichbar wären.

image

Nach Honorarkürzung: Spital Einsiedeln gewinnt Schwyzer Belegärzte

Das Spital Schwyz hat die Honorare gesenkt und seine Belegärzte verärgert. Diese operieren nun zum Teil auch in Einsiedeln.

image

Bundesgericht: Long Covid bei Genfer Pfleger ist Berufskrankheit

Eine Covid-19-Infektion gilt als Berufskrankheit, wenn Spitalangestellte eine speziell risikobehaftete Arbeit verrichten – etwa auf einer Geriatrie-Abteilung mit vielen Infizierten.