Weniger Spitäler, mehr Spezialisierung

Immer weniger Spital-Standorte decken immer mehr Behandlungsfälle ab. Am stärksten ist dieser Trend in Ophthalmologie, Onkologie und HNO. Und in der Ostschweiz.

, 25. September 2025 um 07:36
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Der Trend zur Spezialisierung setzt sich fort. Hier ein Neurochirurgie-Team des St. Galler Kantonsspitals bei einer Operation. Bild: Screenshot/Imagefilm
Die Schweizer Akutspitäler behandeln immer mehr Patienten – zugleich nimmt die Zahl der Einrichtungen ab. Unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums sank die Zahl der Spitäler pro 100 000 Menschen in allen Regionen, am deutlichsten jedoch in der Ostschweiz.
Konkret: Zwischen 2013 und 2023 sank die Zahl der Spitalstandorte von 239 auf 228, während die Hospitalisierungen im gleichen Zeitraum um 9  Prozent auf 1,4 Millionen stiegen. Dies zeigt ein neuer Bericht des Gesundheitsobservatoriums Obsan.

Konzentration und Spezialisierung

Damit setzt sich der Trend zu Konzentration und Spezialisierung fort. In 19 von 24 Spitalplanungs-Leistungsbereichen sind klare Bündelungen erkennbar – besonders ausgeprägt in Ophthalmologie (32 Prozent weniger Standorte), (Radio-)Onkologie (–30  Prozent) und Dermatologie (–24  Prozent). Auch Hals-Nasen-Ohren-Leistungen werden zunehmend zusammengeführt.
Dagegen zeigen Urologie, Gefässmedizin, Nephrologie, Thoraxchirurgie und Schwere Verletzungen gegenläufige Entwicklungen.
Die Standortreduktion betrifft häufig einzelne Abteilungen oder Fachbereiche, nicht zwingend ganze Häuser.

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Obsan kommt zu dem Schluss, dass die Akutsomatik moderat, aber stetig konzentrierter wird. Die Spitäler werden spezialisierter, die grossen Leistungserbringer gewinnen weiter an Marktanteilen, und dabei zeigen sich die sichtbarsten Effekte in Ophthalmologie, Onkologie und HNO.
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  • Reto Jörg, Fabienne B. Fischer, Alexandre Tuch, Lucas Haldimann: «Spitallandschaft im Wandel: Konzentrations- und Spezialisierungstendenzen in der akutstationären Versorgung seit 2013». Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium. September 2025.
  • Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan untersuchte, ob und in welcher Form sich Konzentrations- und Spezialisierungsprozesse im Zeitverlauf tatsächlich zeigten und in welchen Bereichen sie besonders ausgeprägt sind.
  • Zentrale Grundlage für die Analysen bilden die Daten der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser (MS) sowie die Krankenhausstatistik (KS) des Bundesamts für Statistik (BFS) der Jahre 2013 bis 2023.
  • Berücksichtigt wurden nur Spitalstandorte mit akutsomatischen Leistungen.

  • akut
  • obsan
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