Schweizer Spitäler im Vergleich: Kleine Unterschiede auf hohem Niveau

Das internationale Spitalranking von «Newsweek» bietet auch eine eigene Schweizer Rangliste: Das sind die 25 hervorragenden Häuser unter den «World’s Best Hospitals» 2026.

, 26. Februar 2026 um 12:55
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Qualität: USZ, HUG, USBN, CHUV, Lindenhofspital, Inselspital, Hirslanden Zürich, Hôpital de la Tour, Clinique Générale-Beaulieu.
Die neue Ausgabe der vielbeachteten «World’s Best Hospitals»-Liste von «Newsweek» und Statista erfasst auch mehrere Dutzend Schweizer Häuser. Sie ergibt damit auch eine Art «nationales Ranking».
Dabei zeigen sich wie zu erwarten gegenüber dem Vorjahr nur leichte Verschiebungen in Reihenfolge und Bewertung. Am auffälligsten ist die Hochstufung des Universitätsspitals Genf (womit das HUG auch im internationalen Ranking in die erweiterte Spitzengruppe vorstossen konnte). Ansonsten sind die Veränderungen im Komma-Prozent-Bereich – so dass die Rangierung auch eine gewisse Zufallskomponente aufweist.
  • «Newsweek»/Statista: «World's Best Hospitals 2026: Switzerland», Februar 2026.
Bei der «Newsweek»-Bewertung werden nicht nur nüchterne Kennzahlen erfasst, sondern auch die Perspektive von Patienten und Fachleuten. Die Autoren gewichten vier Hauptkomponenten: Qualitätskennzahlen, Empfehlungen von medizinischen Experten, Patientenerfahrungen und die Anwendung sogenannter Patient-Reported Outcome Measures (PROMs). Für 2026 wurde der Einfluss der Qualitätsmetriken erhöht und das PROMs-Survey überarbeitet, was tendenziell zu einer stärkeren Berücksichtigung objektiver Daten führt.
Zu beachten ist auch, dass sich ein grosser Teil des Rankings auf Empfehlungen durch Fachleute aus 32 Ländern stützt, die subjektiven Wahrnehmungen unterliegen. Allerdings werden über 20’000 Experten gefragt, so dass sich doch eine gewisse Aussagekraft ergibt.
Das US-Ranking liefert am Ende Anhaltspunkte für Patienten und Angehörige, die sich im Gesundheitssystem orientieren wollen, und es belohnt Spitäler, die sowohl bei Qualität als auch bei der Patientenzufriedenheit überzeugen.
Wenig überraschend wird die Spitze von den fünf Universitätsspitälern geprägt: Forschung, Spezialisierung, Fallzahlen und Budgets verschaffen diesen Einrichtungen einen klaren Vorteil, der sich auch in der Qualität niederschlägt.
Danach sind die Punktedifferenzen relativ klein (allenfalls zeigt sich eine übergreifende Stärke der Hirslanden-Kliniken). Insgesamt spricht dies für ein sehr homogen hohes Qualitätsniveau der hiesigen Spitäler.

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