USA: MRT zieht Mann mit Metallkette in den Tod

Ein tragischer Vorfall erinnert an das Risiko des «Missile Effect» in der MRI-Diagnostik.

, 20. Juli 2025 um 19:05
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Ein anderer Fall, geschehen 2023, zeigt die Gefahr: Ein MRT-Gerät zog ein ganzes Spitalbett an |  Bild: Screenshot KTVU
In der vergangenen Woche ereignete sich in einem radiologischen Institut in Westbury, New York, ein tödlicher Unfall: Ein 61-jähriger Mann mit einer schweren Metallkette um den Hals wurde durch ein MRT-Gerät tödlich verletzt. Der Mann hatte offenbar den MRT-Raum betreten, um seiner Frau nach ihrem Scan zu helfen – dabei war das Gerät in Betrieb.
Der Magnet zog daher die Kette mit massiver Kraft an, und alle Versuche der Frau und der Techniker, den Mann zu befreien, blieben erfolglos. Dabei erlitt der Angehörige womöglich auch einen Herzinfarkt. Er verstarb am folgenden Tag.
Offen ist nun, weshalb die Sicherheitskontrollen versagten und wie der Angehörige Zugang zum Magnetraum erhielt, während das System aktiv war.
Normalerweise gibt es etablierte Sicherheitsprotokolle, um den gefährlichen «Missile Effect» zu unterbinden. Dazu gehört die Einteilung in mehrere Sicherheitszonen, wobei nur autorisiertes Personal sowie die Patienten Zugang zur Zone IV erhalten. Zum Protokoll gehören auch dokumentierte Vorscreenings (Anamnesebogen, Detektoren) vor Betreten des Magnetraums – und dazu gehört immer auch die Entfernung sämtlicher metallischer Gegenstände.
Tödliche MRT-Unfälle sind sehr selten, aber es gibt vereinzelt Ereignisse ähnlicher Art. Im Herbst 2023 wurde eine Pflegefachfrau in Redwood, Kalifornien, schwer verletzt, weil die MRT-Maschine ein ganzes Spitalbett hineingezogen hatte. 2001 starb in New York ein 6-jähriger Junge, als eine Sauerstoffflasche in einen laufenden MRT geschleudert wurde. 2018 kam ein Angehöriger in Mumbai ums Leben, als er in den MRT-Raum trat, nachdem man ihm fälschlicherweise versichert hatte, das Gerät sei ausgeschaltet. Vereinzelt dokumentiert sind zudem schwere Verletzungen von Angestellten durch Geräte wie Infusionsständer und Rollstühle, die ins Magnetfeld gezogen wurden.
NBC-Fernsehbeitrag über das Unglück in Westbury, New York, am 16. Juli 2025.

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