Wie soll es weitergehen mit dem Schweizer Gesundheitswesen? Fragt man die Bevölkerung, so sind die Antworten einfach: mehr Aufklärung, mehr Prävention, bessere Digitalisierung – das sind Punkte, gegen die eigentlich niemand etwas einzuwenden hat. Und so zeigt eine neue repräsentative Umfrage, dass 77 bis 92 Prozent der Befragten hier den Hebel ansetzen würden.
Die Einschätzungen wurden erhoben im Rahmen des diesjährigen «Krebsversorgungsmonitors» von MSD Schweiz; dafür befragte das Forschungsinstitut GfS 1’250 Personen in der ganzen Schweiz.
Bemerkenswerter sind zwei andere Ergebnisse: Satte 70 Prozent sprachen sich in der Umfrage für die Einführung einer öffentlichen Einheitskrankenkasse aus. Und zwei Drittel stimmten der Idee zu, dass die Spitallandschaft in der Schweiz bereinigt werden müsste (64 Prozent).
Dies sind brisante Aussagen. Zum einen gilt es als politisch heikel, Spitäler zu schliessen, weil sich die Bevölkerung dagegen stellt. Dem wiederspricht diese Umfrage nun in gewisser Weise.
Und zum anderen ist die Einheitskasse bekanntlich eine politische Dauerkampfzone zwischen Links und Rechts. Die Idee war schon mehrmals vom Volk abgeschmettert worden, zuletzt 2007 und 2014, jeweils mit Nein-Mehrheiten über 70 Prozent. Aber die SP plant nun eine weitere Initiative für die Einheitskasse – und diese Umfrage deutet nun an, dass der Wind gedreht haben könnte.
Bereits vor einem Jahr, im April 2024, fanden in einer repräsentativen Erhebung 71 Prozent der Befragten die Idee einer Einheitskasse «eher gut» oder «sehr gut». Allerdings enthielt jene
Comparis-Untersuchung eine kleine Bedingung: Wäre man für die Einheitskasse, «wenn die monatlichen Prämien mindestens 40 Franken sinken würden – also um gut 10 Prozent», so die Frage.
Die Befragten konnten ferner angeben, welche drei Ideen sie generell am besten finden. Als Top-Favorit erschien dabei wieder die Einheitskrankenkasse (53 Prozent Stimmen), dicht gefolgt von der Vereinheitlichung der Prämien, beziehungsweise einer Prämienentlastung (45 Prozent) und der Stärkung der Prävention (41 Prozent).
Und wenn es bei der Verbesserung primär darum ginge, das Gesundheitswesen kostengünstiger zu machen? Dann würde die grösste Gruppe auf die Bereinigung der Spitallandschaft setzen (46 Prozent).