Trend zum Zweitage-Wochenbett erreicht auch Sursee

Viele Frauen wünschten sich eine rasche Rückkehr in die vertraute Umgebung: Deshalb wird nun auch im Spital Sursee nach unkomplizierten Geburten ein Austritt nach zwei Nächten angestrebt.

, 4. März 2026 um 05:47
image
Bild: Febe Vanermen / Unsplash
Auch im Spital Sursee sollen die Wöchnerinnen nach der Geburt früher nach Hause. «Die Frauenklinik des Luzerner Kantonsspital (LUKS) harmonisiert an ihren Standorten in Luzern und Sursee die Aufenthaltsdauer nach Geburten», heisst es in der Mitteilung: Nach den Erfahrungen im Kantonsspital Luzern werde nun auch in Sursee «eine verkürzte Aufenthaltsdauer angeboten.»
Nach einer unkomplizierten Spontangeburt wird ein Austritt nach zwei Nächten angestrebt. «Viele Mütter schätzen heute eine selbstbestimmte Gestaltung der ersten Tage nach der Geburt und empfinden die vertraute Umgebung zuhause als unterstützend für die Erholung und das Kennenlernen ihres Babys», so eine Erklärung dazu.
In der Schweiz bleiben die Frauen nach der Geburt im Schnitt 3,9 Tage im Spital; bei einer vaginalen Geburt liegt der Wert bei 3,4 Tagen, bei einem Kaiserschnitt verlängert er sich dann deutlich.
Kritik zur früheren Entlassung kam jüngst von den Hebammen: – viele Frauen fühlten sich zu einem raschen Austritt gedrängt. Ein Problem liegt bei Engpässen bei der Nachbetreuung durch freischaffende Hebammen.

Nachbetreuung

Die Organisation einer Nachbetreuung mit freiberuflichen Hebammen erfolgt durch die Patientinnen. Falls dabei Schwierigkeiten auftreten, bietet das LUKS Unterstützung an, etwa durch ambulante Nachkontrollen oder Beratungen.
«In medizinisch begründeten Fällen oder wenn sich eine Frau noch nicht bereit für den Austritt fühlt, wird der Aufenthalt individuell angepasst und bei Bedarf verlängert», so die Lösung des LUKS Sursee. Der geplante Austrittstermin werde nach dem Eintritt im Gespräch zwischen der zuständigen Pflegefachperson und der Mutter festgelegt. «Uns ist wichtig, dass die Frauen gut informiert sind und sich ernst genommen fühlen», sagt Naghmeh Ghaem Maghami, die Chefärztin der Frauenklinik am LUKS Sursee. «Wenn eine Frau mehr Zeit im Spital benötigt oder wünscht, suchen wir gemeinsam nach einer passenden Lösung.»
Im Hintergrund steht zudem, dass die Frauenklinik in Luzern und Sursee seit Oktober standortübergreifend organisiert ist. Die Neuregelung erlaube es der Frauenklinik auch, «Ressourcen und Kapazitäten gezielter und bedarfsgerechter einzusetzen.»
  • geburtshilfe
  • LUKS
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Spital Uster investiert in Notfall, OP und Geburtshilfe

Das Spital Uster baut seine Infrastruktur weiter aus: Geplant sind ein ambulanter Operationssaal, eine neue Notfallstation und ein Geburtspavillon.

image

LUKS Gruppe und Hochschule Luzern vertiefen Zusammenarbeit

Die Luzerner Kantonsspital Gruppe und die Hochschule Luzern intensivieren ihre Kooperation in Forschung und Lehre. Im Fokus stehen Pflege und Medizintechnik.

image

Jetzt redet Florian Aschbrenner

Seit zehn Monaten ist der neue CEO am Luzerner Kantonsspital im Amt - jetzt gibt Florian Aschbrenner sein erstes Interview, nachdem er in der Öffentlichkeit hart kritisiert wurde.

image

LUKS-Kinderärztin übernimmt Präsidium der Adipositas-Kommission

Tanja Karen ist neue Präsidentin der Adipositas-Kommission von Pädiatrie Schweiz.

image

LUKS: Pneumologie und Schlafmedizin unter neuer Leitung

Thomas Gaisl wird Chefarzt für Pneumologie und Schlafmedizin am Luzerner Kantonsspital. Er wechselt vom USZ nach Luzern und folgt auf Urs Bürgi, der ans Stadtspital Zürich geht.

image

Neue urologische Versorgung am LUKS Sursee

Philipp Baumeister übernimmt die Leitung der urologischen Versorgung in Sursee, während komplexe Eingriffe weiterhin in Luzern erfolgen.

Vom gleichen Autor

image

KI macht den Blick frei für die Patienten

Weniger Maus, weniger Bildschirm: Eine USZ-Studie zeigt, wie KI-gestützte Dokumentation den Ärzten Zeit spart – und den Kontakt zu den Patienten verbessert.

image

Swica startet einen «Expert Finder»

Die Krankenkasse hat ein digitales Verzeichnis für Gesundheits-Anbieter entwickelt. Die Plattform kombiniert Arztsuche, Spitalverzeichnis und einen Filter nach Versicherungsdeckung.

image

Kantonsspital Baden: Neuer Leiter für die Rheumatologie

Tobias Manigold übernimmt die Leitung der Rheumatologie am KSB. Vorgänger Andreas Thueler bleibt dem Kantonsspital weiterhin verbunden.