Ständerat will günstigere Generika aus dem Ausland

Der Ständerat stellt sich hinter die Forderung nach Parallelimporten von Generika.

, 2. März 2026 um 17:39
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Mauro Poggia begründet hier im Ständerat, weshalb der Parallelimport von Generika erlaubt werden sollte. Screenshot: www.parlament.ch
Der Ständerat setzt sich mit 26 zu 15 Stimmen dafür ein, dass Generika parallel eingeführt werden können. Er unterstützt damit die Motion des Genfer Ständerats Mauro Poggia vom Mouvement Citoyens Genevois. Medinside berichtete hier darüber.
SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wies am späten Montagnachmittag darauf hin, dass der Parallelimport von Generika bereits heute in Ausnahmefällen möglich sei – allerdings ausschliesslich aus medizinischen Gründen und nicht aus wirtschaftlichen Überlegungen.
Das ist aber gerade der Punkt: Für Poggia, der in der kleinen Kammer der SVP-Fraktion angehört, geht es primär um wirtschaftliche Gründe. Man könnte dadurch 500 Millionen Franken einsparen.
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Elisabeth Baume-Schneider warnt vor Risiken für die Versorgungssicherheit.

Baume-Schneider räumte ein, dass die steigenden Arzneimittelpreise für die Schweizer Bevölkerung ein echtes Problem darstellten. «Es gibt durchaus Potenzial im Bereich der Generika, die im Ausland tatsächlich oft günstiger sind.»
Es sei jedoch auch wichtig, die Versorgung mit Generika auf dem Schweizer Markt sicherzustellen. Der Import von Generika durch Medizinalpersonen könnte das Interesse der Hersteller schwächen, eine Zulassung für den Schweizer Markt zu beantragen, respektive zu einem Rückzug bestimmter Produkte führen, was kontraproduktiv wäre.
Definitiv entschieden ist die Sache allerdings noch nicht: Über die Motion muss nun auch der Nationalrat befinden.
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