Wintersportler treiben Walliser Notaufnahmen an ihre Grenzen

Verletzte Skifahrerinnen und Snowboarder, viele Touristen und dazu Patienten mit Bagatellbeschwerden: In der Wintersaison stossen die Notfallstationen im Wallis an ihre Grenzen - und reagieren nun mit Massnahmen.

, 23. Dezember 2025 um 06:07
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Skigebiet im Wallis. Bild: Wallis Tourismus
Skiunfälle und hoher Touristenandrang sorgen im Winter für volle Notfallstationen im Wallis. Hinzu kommen zahlreiche Menschen mit leichten Beschwerden, die ebenfalls den Weg ins Spital suchen. Angesichts der bevorstehenden Feiertage rechnet der Kanton mit einer zusätzlichen Belastung – und reagiert mit Massnahmen.
Der Kanton Wallis, die Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG) und das Spital Wallis (HVS) haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt, um nicht lebensbedrohliche Notfälle besser zu steuern und die Spitäler zu entlasten. «Die Notfallaufnahmen sind einem erhöhten Überlastungsrisiko ausgesetzt, das durch den Zustrom von Touristen und Skiunfälle noch verstärkt wird», schreibt das Spital Wallis in einer Mitteilung.
Kernstück der Massnahmen ist eine Vorsortierung in der Notaufnahme des Spitals Sitten. Pflegefachpersonen sollen dort dringliche Fälle rasch identifizieren und weniger komplexe Beschwerden – wenn möglich – an andere Versorgungsangebote wie ärztliche Bereitschaftsdienste oder telemedizinische Angebote weiterleiten. Einfache Fälle sollen so nicht mehr zwingend in der Notaufnahme behandelt werden. Zusätzlich wird die Notfallstation personell verstärkt.

Graubünden: Notfälle verdreifacht im Winter

Dass die Sorge vor einer Überlastung nicht unbegründet ist, zeigen aktuelle Zahlen des Bundesamts für Statistik. Demnach kommt es jeden Winter zu rund 22 000 Notfallhospitalisierungen infolge von sturz- oder unfallbedingten Verletzungen. Das sind 9 Prozent mehr als im Rest des Jahres.
Besonders stark betroffen sind Graubünden und das Wallis. Während in Graubünden die Zahl der verletzungsbedingten Hospitalisierungen im Februar im Vergleich zum Herbst mehr als dreimal so hoch liegt, verdoppeln sich die Fälle im Wallis über die Wintermonate ebenfalls deutlich. In Kantonen wie Waadt, Basel oder Zürich bleibt die Zahl dagegen stabil oder geht sogar leicht zurück.
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Mehrheitlich Touristen

Auffällig ist zudem, wer die Spitalbetten belegt: In den Hochwintermonaten stammt die Mehrheit der Verunfallten nicht aus den betroffenen Kantonen selbst. In Graubünden und im Wallis wohnen im Spitzenmonat Februar über 50 Prozent der hospitalisierten Personen in anderen Kantonen, weitere rund 20 Prozent kommen aus dem Ausland. Einheimische machen nur knapp ein Drittel der Fälle aus.
Behandelt werden in den Notaufnahmen der Wintersportregionen vor allem typische Skiverletzungen: Kopfverletzungen, Knie- und Beintraumata sowie Verletzungen an Armen und Ellbogen dominieren das Bild.

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