Studie zeigt alarmierende Rate von Fehldiagnosen

Schätzungen zufolge sterben in Amerika jährlich Hunderttausende von Menschen oder tragen bleibende Schäden davon, weil sie falsch diagnostiziert wurden.

, 18. Juli 2023 um 11:37
image
Eine Studie hat die Belastung durch Fehldiagnosen in den USA quantifiziert. | Unsplash
Eine kürzlich veröffentlichte Studie schätzt, dass in den USA jährlich 795'000 Todesfälle und schwere Schäden durch Fehldiagnosen verursacht werden. Eine konservativere Schätzung geht von 549'000 Fehldiagnosen aus, die zum Tod oder zu bleibenden Schäden führen.
Etwa die Hälfte aller Schäden betrifft 15 Krankheitsbilder, darunter schwere vaskuläre Ereignisse, Infektionen und Krebs. Die fünf wichtigsten dieser Erkrankungen - Schlaganfall, Blutvergiftung, Lungenentzündung, Venenthrombose und Lungenkrebs - machen laut der Studie knapp 40 Prozent der Gesamtschäden aus.

Millionen Spitalentlassungen analysiert

Forscher des Johns Hopkins Armstrong Institute Center for Diagnostic Excellence in Baltimore und der Harvard Medical Institutions' Risk Management Foundation in Boston analysierten unter anderem 21,5 Millionen Spitalentlassungen in den USA.
Um die Belastung des Gesundheitswesens durch Fehldiagnosen zu schätzen, verwendeten sie krankheitsbasierte Schätzungen für häufige Erkrankungen, die, wenn sie übersehen werden, in der Regel schwere Schäden verursachen.

Problem lösbarer als bislang angenommen

Die Autoren der im «BMJ Quality & Safety» veröffentlichten Studie kommen zu dem Schluss, dass die Tatsache, dass 15 Krankheiten etwa die Hälfte aller schweren Schäden verursachen, darauf hindeutet, dass das Problem möglicherweise lösbarer ist als bisher angenommen.

  • forschung
  • spital
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

ETH Zürich: Mikroroboter bringt Medikamente direkt ins Gehirn

ETH-Forschende haben einen magnetisch steuerbaren Mikroroboter entwickelt, der auch in komplexe Gefässstrukturen vordringt. Das System bringt Medikamente präzise an den Zielort – und löst sich danach auf.

image

Swiss Bridge Award 2025 geht an Krebsforschende aus Zürich und Berlin

Andreas Moor (ETH Zürich) und Inmaculada Martínez Reyes (DKFZ/Charité Berlin) erhalten je 250’000 Franken für ihre Arbeiten an zielgerichteten Krebstherapien – von «smarten» Proteinmolekülen bis zu personalisierten Immunzellen.

image

USZ, CHUV und USB gehören zu Europas forschungsstärksten Spitälern

Seit der Jahrtausendwende haben sich die Patentanmeldungen europäischer Kliniken verdreifacht. Schweizer Häuser spielen vorne mit.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Empa-Forschende entwickeln selbsthaftende künstliche Hornhaut

Forschende der Empa und der Universität Zürich haben eine künstliche Hornhaut entwickelt, die künftig Spendergewebe ersetzen könnte.

Vom gleichen Autor

image

Kantonsspital Glarus verliert GL-Mitglied

Thomas Kühnis, Chef der Finanzen, Informatik und Betriebe, verlässt nach neun Jahren die Geschäftsleitung des Kantonsspitals Glarus.

image

Neue Ärzte-Tarife auf dem Weg zur Genehmigung

Die Tarifpartner beantragen wie geplant die Genehmigung eines Tarifsystems aus ambulanten Pauschalen und Tardoc.

image

Schatten über dem Verkauf des Spitals Flawil

Wurden beim Verkauf des Spitals Flawil die Vertragspartner getäuscht? Mehrere Kantonsparlamentarier verlangen Antworten von der St.Galler Regierung.