Das Ludwig-Institut bleibt in Lausanne

Zehn Jahre nach der Gründung der Partnerschaft mit dem CHUV und der Uni Lausanne wird das Ludwig-Institut in die Universität integriert. Es soll mehr über Immuntherapie und Tumor-Mikroumgebung geforscht werden.

, 8. Oktober 2025 um 12:47
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Bild: CHUV, PD
Das Universitätsspital Lausann (CHUV), die Universität Lausanne (UNIL) und das Ludwig-Institut für Krebsforschung (LICR) verlängern ihre Zusammenarbeit. Sie haben eine neue Vereinbarung mit dem Kanton Waadt unterzeichnet.
Die Vereinbarung, die bis ins Jahr 2029 reicht soll die Grundlagen- und translationale Forschung in den Bereichen Immuntherapie und Tumor-Mikroumgebung fördern. Der Lausanner Zweig des LICR wird künftig vollständig in die UNIL integriert. Diese neue Organisation soll die Verbindungen zwischen klinischer Forschung und Grundlagenforschung unter der gemeinsamen Leitung des CHUV und der UNIL stärken.

Reorganisation der Onkologie

Organisatorisch wird die bisherige Abteilung für Onkologie aufgeteilt: Das CHUV wird eine Abteilung für klinische Onkologie betreiben, während die UNIL die Abteilung für Grundlagenonkologie übernimmt.

Die Lausanner Filiale des Ludwig-Instituts

  • Das Ludwig Institute for Cancer Research ist ein weltweites Netz von Forschern, das sich der Prävention und Behandlung von Krebs widmet. Seine Niederlassung in Lausanne machte besonders bei der Tumorimmunologie und bei innovativen Zelltherapien Fortschritte.
  • Die 2015 ins Leben gerufene Partnerschaft zwischen dem LICR, dem CHUV und der UNIL hat es ermöglicht, international renommierte Forscher im Bereich der Krebsimmunologie nach Lausanne zu holen.
Parallel dazu plant das CHUV, die klinischen Studien auf neue Bereiche auszuweiten, darunter die Onkohämatologie, die Immunologie und die Pädiatrie. Das Zentrum für experimentelle Therapien (CTE), das seit mehreren Jahren am CHUV tätig ist, ist nun der Direktion für Innovation und klinische Forschung (DIRC) angegliedert. Es ist einer der Orte, an denen wissenschaftliche Entdeckungen direkt in klinische Anwendungen umgesetzt werden, insbesondere in der Immunologie und der Pädiatrie.

Sesselrücken in Lausanne

Die Integration des Ludwig-Instituts geht mit mehreren Stellenwechseln einher:
  • Solange Peters übernimmt die Leitung der Abteilung für Onkologie. Die Professorin aus Lausanne, eine anerkannte Spezialistin für Thoraxtumoren und Trägerin der höchsten internationalen Auszeichnung für Lungenonkologie, übernimmt die Leitung der Onkologie am CHUV.
  • Karine Biedermann-Ciapala wird in ihrem Amt als Direktorin des CTE bestätigt, das sie seit 2024 innehat. Als Spezialistin für zelluläre Immuntherapien und Ingenieurin für Biowissenschaften verfügt sie über mehr als zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen Pharma, Medtech und In-vitro-Diagnostik.
  • George Coukos verlässt das CHUV, um sich auf seine akademischen Aufgaben an der Universität Lausanne zu konzentrieren, wo er die Leitung der Abteilung für Grundlagenonkologie sowie des Lausanner Zweigs des Ludwig-Instituts übernehmen wird. Er war seit 2012 Leiter der Abteilung für Onkologie am CHUV und seit 2015 Direktor des Lausanner Zweigs des Ludwig-Instituts.
«Diese neue strategische Ausrichtung ist die beste Garantie für die Entwicklung neuer Therapien für Krebspatienten im Kanton Waadt, seien es Erwachsene oder Kinder», heisst es in der Pressemitteilung.

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