Spitalzentrum Biel: Positive Bilanz trotz negativem Ergebnis

2024 betreute das SBZ mehr Patienten, baute die ambulante Tätigkeit aus und verzeichnete eine höhere Anzahl an Geburten. Dennoch resultiert ein Verlust von 1,8 Millionen Franken.

, 10. Juni 2025 um 12:56
image
Spitalzentrum Biel-Bienne AG (SZB). Bild: zvg
Das Spitalzentrum Biel-Bienne konnte im Geschäftsjahr 2024 den Nettoverlust reduzieren: Nach einem Minus von 9,3 Millionen Franken im Vorjahr verzeichnete das Unternehmen noch einen Verlust von 1,8 Millionen Franken; dies trotz einer Sonderabschreibung in Höhe von 4 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Spitals in Brügg.
Die Entwicklung auf der Finanzseite ist auch das Ergebnis eines Umsatzwachstums, so die Mitteilung des Bieler Gesundheitszentrums. Der Betriebsertrag stieg um 6,7 Prozent auf 286 Millionen Franken, während der Betriebsaufwand mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 268 Millionen Franken vergleichsweise tiefer zulegte. Die Ebitda-Marge erhöhte sich damit auf 5,4 Prozent – nach 2,4 Prozent im Vorjahr.
Das SZB spricht in ihrer Bilanz von einem «fast ausgeglichenen» finanziellen Gleichgewicht.

Ambulantisierung

Getragen wird dieses Wachstum insbesondere vom ambulanten Sektor, der sich als zentraler Treiber der Entwicklung erweist: Insgesamt wurden am SZB über 150'000 Patienten betreut – 135 603 ambulant und 14 499 stationär. Das entspricht einem Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2023 (134'000 Patienten).
«Die Zukunft des Gesundheitswesens liegt in der ambulanten Versorgung», heisst es dazu in der Mitteilung weiter. Während die Nachfrage im stationären Bereich weitgehend stabil blieb (+1 %), legte die Zahl der ambulanten Behandlungen um 13,3 Prozent zu (Vorjahr 4,4 Prozent). Das SZB will sich daher gezielt als «Hub» im ambulanten Bereich positionieren.
Bestätigt hat sich auch die positive Entwicklung der Geburtshilfe: Während schweiz­weit ein Geburtenrückgang festzu­stellen ist, verzeichnete die Frauenklinik mit einem Plus von 7 Prozent einen deutlichen Ausbau.

Neues Tarifmodell

Auch im Jahr 2025 wird der Fokus auf dem Ausbau der ambulanten Versorgung liegen. Im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt das SZB gemeinsam mit dem Kanton und den Versicherern ein neues Tarifmodell. Es basiert auf finanziellen Anreizen und ermöglicht es dem Zentrum, höhere Beiträge zu erhalten, wenn Behandlungen vom stationären in den ambulanten Bereich verlagert werden.

image



  • szb
  • akut
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Lindenhofgruppe konzentriert Notfallversorgung in der Nacht

Die Notfallstation am Sonnenhofspital wird künftig nur noch tagsüber betrieben. Ein Grund dafür ist der Fachkräftemangel.

image

Appenzell Ausserrhoden will Spitalverbund für Private öffnen

Das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum sollen eigenständige Aktiengesellschaften werden. Damit will die Kantonsregierung Beteiligungen ermöglichen – und auch im Personalmarkt punkten.

image

Solothurner Spitäler: Umbau an der Spitze

Der Verwaltungsrat der SoH hat die Direktions-Aufgaben umverteilt. Die Ärzteschaft ist nun auch in der Geschäftsleitung vertreten.

image

Auch KSGR startet Hospital@Home-Angebot

Das Kantonsspital Graubünden beginnt im März ein dreijähriges Hospital@Home-Projekt, unterstützt von der ÖKK. Damit folgt es dem Trend zur externen Akutspital-Versorgung,

image

Epic kostete die Insel 183 Millionen Franken

Erstmals informiert das Berner Inselspital über die Kosten seines US-Klinikinformationssystems: Zu den Anschaffungskosten kamen 100 Millionen Franken für die Einführung hinzu.

image

Erneute Kundgebungen gegen die Versetzung einer Pflegeleiterin des HUG

Nachdem an ihrer Bürotür ein rassistischer Schriftzug aufgetaucht war, wurde eine Pflegeleiterin im Universitätsspital Genf gegen ihren Willen versetzt. Demonstranten fordern ihre Wiedereinstellung.

Vom gleichen Autor

image

Kanton Bern will mehr Praxisassistenz-Stellen schaffen

Der Regierungsrat will die Weiterbildung in Hausarzt-Praxen stärker fördern – und möchte in den nächsten vier Jahren 11 Millionen dafür ausgeben.

image

Häusliche Gewalt: Bern übernimmt Westschweizer Idee

Der Kanton Bern startet eine digitale Schulung für Apotheken. Es soll helfen, ältere Menschen zu erkennen und unterstützen, die Opfer von Gewalt geworden sind.

image

Zahnarzt oder Arzt? Viele Senioren müssen wählen

Jede fünfte Person über 65 Jahren verzichtet aus finanziellen Gründen auf eine medizinische Behandlung. Die Ungleichheit beim Zugang zur Gesundheitsversorgung hat sich in den letzten Jahren weiter verschärft.