Spital Oberengadin vor dem Kollaps – Dokfilm begleitet entscheidende Wochen

Ohne neue Finanzierung droht dem Spital Oberengadin der Kollaps. Ein Dokumentarfilm von «RTR» hält die entscheidenden Wochen vor den Abstimmungen fest.

, 31. Januar 2026 um 08:42
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Szene aus dem «RTR» Dokumentarfilm «Operaziun ospital». Bild: Screenshot/RTR
Das Spital Oberengadin steht vor dem finanziellen Kollaps. Seit Anfang Jahr fehlen die Beiträge der Gemeinden, auch zwei Alterszentren sind betroffen. Ohne neue Finanzierung droht der Konkurs. In dieser angespannten Lage ist ein Dokumentarfilm von «RTR» entstanden, der die entscheidenden Wochen vor den kommunalen Abstimmungen begleitet.
Der Film zeigt Betroffene und Verantwortliche in einer Situation unter hohem Zeitdruck. «Weil die Zeit so drängte, mussten nicht nur die Verantwortlichen innert weniger Wochen eine Lösung finden – auch uns blieb vom Drehstart bis zur Publikation knapp ein Monat», sagt Filmemacherin Stefanie Halblützel, die den
Dokumentarfilm gemeinsam mit Paula Nay und Ulrica Morell realisiert hat. Es sei gelungen, sehr nahe an die Situation heranzukommen und «auch ein Zeitdokument zu schaffen».
RTR Dokfilm «Operaziun ospital»: L’Engiadin’Ota en la breduglia, Or da Cuntrasts dals 29.01.2026 mit Untertitel

Existenzielle Folgen

«Cuntrasts» blickt hinter die Kulissen der Entscheidungsprozesse – etwa bei Sitzungen des Stiftungsrats oder in der politischen Debatte zwischen Gemeindevertretern. Während Kritiker von einer unnötigen Dramatisierung sprechen, warnen die Verantwortlichen vor falschen Erwartungen: Ohne rechtliche Grundlage könnten weder Gemeinden noch Kanton Gelder sprechen.
Besonders deutlich wird im Film, was auf dem Spiel steht: für die Mitarbeitenden, die trotz Unsicherheit den Betrieb aufrechterhalten, und für Patienten wie Dialysepatient Marco Dosch, für den eine Schliessung des Spitals existenzielle Folgen hätte.
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