Spitäler FMI: Volle Ambulatorien, leere Kassen

2024 war für die Berner Gesundheits-Gruppe ein Jahr mit Licht und Schatten: Trotz steigender Nachfrage gab es ein leichtes Defizit. Die Spitäler FMI setzen nun verstärkt auf regionale Kooperationen.

, 19. Juni 2025 um 09:07
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Eine von 20'200: Akut-Versorgung bei den Spitälern FMI.
Nimmt man den Betriebsgewinn, so rangiert die Berner FMI-Gruppe im oberen Bereich der Schweizer Spitäler: Ihre Ebita-Marge lag letztes Jahr bei immerhin 6,4 Prozent. Und wie viele andere Häuser auch, so erreichten die beiden FMI-Spitäler in Frutigen und Interlaken 2024 mit gesamthaft 128'000 Konsultationen einen neuen Rekord im ambulanten Bereich. Auch bei den Notfällen (+4,1 Prozent auf 20'200) und den stationären Austritten (+0,2 Prozent auf 9'869) stiegen die Patientenzahlen leicht. Rückläufig war die Auslastung der Geburtenabteilungen: In Frutigen und Interlaken kamen 556 Babys zur Welt (–4,8 Prozent).
Und so ergab sich am Ende für die Spitäler FMI AG ein hellrotes Jahresergebnis: Der Verlust betrug 45'500 Franken. Im Vorjahr 2023 war noch ein Gewinn von 2,6 Millionen Franken erreicht worden.
Die FMI-Spitalleitung erklärt die Lage mit steigenden Kosten bei stagnierenden Tarifen: Zwar stieg der Betriebsertrag (wegen höherer Patientenzahlen) um gut 3 Millionen auf 193,5 Millionen Franken. Doch auf der anderen Seite kletterte der Aufwand (unter anderem wegen höherer Personalkosten) um 6 Millionen auf 193,8 Millionen Franken.
Spitäler FMI AG: Jahresbericht 2024
Vor diesem Hintergrund läuft nun ein Programm zur Erneuerung der Unternehmensstrategie. Die beiden Standorte Interlaken und Frutigen sollen in den einzelnen Fachdisziplinen künftig enger zusammenarbeiten.
Weiter will das Unternehmen Kooperationen mit anderen Gesundheitsdienstleistern fördern. So stehen die Spitäler FMI mit der Planungsregion Kandertal in Kontakt, um gemeinsam ein «Gesundheitsnetzwerk Kandertal» aufzubauen.
Zur Spitäler FMI AG gehört auch eine Psychiatriestation am Spital Interlaken: Sie verzeichnete 2024 mit 298 stationären Austritten weniger Austritte als im Vorjahr (333); dies liegt aber an einer buchhalterischen Abgrenzung. Die Anzahl ambulanter Konsultationen an beiden Standorten nahm leicht (um 1,6 Prozent) auf 52'600 zu.
Die Auslastung der beiden Seniorenzentren Weissenau und Frutigen konnte um 5,8 Prozent auf 49'700 Pflegetage gesteigert werden – «dank einem stabileren Personalbestand und längeren Aufenthalten», so die Erklärung.

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