Fast 300 Ärzte sind derzeit in einem dreitägigen Hungerstreik – eine Aktion, die im Vorfeld einer geplanten Demonstration in Paris stattfindet. Es handelt sich dabei um so genannte «Padhue», also Mediziner mit einem Diplom von ausserhalb der Europäischen Union, die in Frankreich praktizieren.
Diese Gruppe kämpft seit Jahren um mehr Respekt. In den Medien präsent ist beispielsweise Abdelhalim Bensaïdi, der aus Algerien stammt und seit über sechs Jahren als Diabetologe im Spital von Nanterre arbeitet; er ist Vizepräsident der Vereinigung Ipadecc (Integration des praticiens à diplôme étranger contre la crise).
Auf dem Weg zu einer «Regularisierung» sind diese Ärze mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert: unsichere Verträge, dreimal niedrigere Löhne als üblich, administrative Unsicherheiten – so etwa der Zwang, das Diplom jährlich neu beglaubigen zu lassen.
Hinzu kommt seit Kurzem auch eine neue Begrenzung der Arbeitsplätze: Von den 4000 Stellen, die ursprünglich nach dem Anerkennungsverfahren für nicht-europäische Ausbildungen zur Verfügung stehen sollten, wurden 700 gestrichen.
Überlebenswichtig und billig
Dennoch ist das Nachbarland mit erheblichen Personal-Engpässen konfrontiert – was durch ausländische Fachkräfte bewältigt werden muss. Und dies zu ungünstigen Lohnbedingungen.
«Wenn die französischen Spitäler nicht zusammengebrochen sind, dann weil in jeder Krisenzeit eine Welle ausländischer Ärzte kam», erinnerte Louis-Vladimir Vandermeerschen, Delegierter der Gewerkschaft Syndicat des manageurs publics de la santé, in der Zeitung «Libération».
Der ehemalige Premierminister Gabriel Attal und Präsident Emmanuel Macron hatten solchen Fachleuten jüngst mehr Anerkennung versprochen – denn sie würden «manchmal unsere Pflegedienste am Leben erhalten», wie es der Staatschef im Januar formulierte.
Die Lage vor Ort blieb jedoch bislang unverändert – und die Wut steigt. Bei den jüngsten Demonstrationen stand auf den Plakaten: «Billige ausländische Ärzte, das ist das gute Geschäft».