ZHAW: Hightech-Verfahren zur Hautuntersuchung

Ein neues Diagnosesystem ermittelt schlecht durchblutete Stellen, die auf Krankheiten schliessen lassen. Profitieren sollen Dermatologen, Chirurgen und die Patienten selber.

, 5. Juni 2018 um 07:32
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Das von Forschenden der ZHAW entwickelte Verfahren basiert auf einer Infrarotkamera, mit der Hautpartien berührungsfrei untersucht werden können. So können Ärzte zum Beispiel messen, wie tief eine Verbrennung ist oder wie die Wundheilung verläuft. Damit lassen sich laut ZHAW Hautprobleme «frühzeitig, kostengünstig und ohne Laser oder Strahlung erkennen». 

Vom Flugzeug zur Medizin

Die Technik dazu nennt sich aktive Thermographie. Sie ermöglicht, die Verschiedenheiten an der Hautoberfläche mittels gezielter Temperaturschwankungen und einer hochsensiblen Infrarotkamera bildhaft darzustellen. «Die Methode hat sich in der Qualitätssicherung von Flugzeugbauteilen bewährt, da sie selbst kleinste Risse und Materialfehler identifiziert», erklärt ZHAW-Forscher Mathias Bonmarin vom Institute of Computational Physics.
Während der Messung stimuliert ein wechselhaft temperierter Luftstrom die Haut. Die Infrarotkamera erfasst diese auf der Hautoberfläche ausgelösten Temperaturschwankungen. Eine Software verarbeitet die Messdaten und liefert die Ergebnisse als Bildmaterial auf den Tablet-Computer. Geschulte Mediziner können aufgrund der Bilder gesunde von kranken Hautpartien unterscheiden.

Spin-off gegründet

Das Diagnosesystem ist bereits am Universitätsspital Genf (HUG) in einer klinischen Studie eingesetzt worden. Danach haben die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse) und die Gebert Rüf Stiftung die Weiterentwicklung finanziert. Um die Finanzierung und die Vermarktung des Geräts voranzutreiben, haben die Wissenschaftler das ZHAW-Spin-off Dermolockin gegründet.
Neben Dermatologen gehören auch Chirurgen zu den möglichen Anwendern. «Beispielsweise ist bei Hauttransplantationen die Durchblutung wichtig, damit die Transplantate mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Deshalb müssen die grossen Blutgefässe lokalisiert werden, was bisher nur sehr teuer per Computertomographie möglich war», sagt Mathias Bonmarin. 
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