Wattwil: Heute endet die lange Ära des Spitals

Nach 131 Jahren Betrieb endet heute Donnerstagabend die Geschichte des Spitals Wattwil. Am Freitag übernimmt die Berit Klinik und stellt die Notfallversorgung im Toggenburg sicher.

, 31. März 2022 um 13:31
image
  • wattwil
  • spital
  • berit klinik
  • notfall
Die Stimmbevölkerung der Gemeinde Wattwil hat im Dezember dem Kauf der Spitalliegenschaft deutlich zugestimmt. Auch die Gründung und Finanzie­rung der gemeindeeigenen Spital-Immobiliengesellschaft war beschlossene Sache. Nebst dem Erwerb der Liegenschaft kommt es zu einem Ausbau der Gebäude im Umfang von 20 Millionen Franken. Medinside berichtete darüber. 
Wie das Tagblatt heute mit etwas Wehmut schreibt, endet heute Donnerstag «die bewegte Geschichte des Spitals Wattwil nach etwas mehr als 131 Jahren». Seinen Betrieb als Gemeindekrankenhaus aufgenommen hatte das Spital am 6. Oktober 1890. Mit dabei waren zwei Ärzte im Nebenamt, drei Schwestern sowie eine Anwärterin, ein Knecht, zwei Wärter und ein Patient.
«Im ersten vollen Betriebsjahr wurden 134 Patienten behandelt. Später waren es teilweise mehr als 3500 Personen pro Jahr», ist weiter zu lesen. Die maroden Finanzen seien immer wieder ein vorherrschendes Thema gewesen. Prägend war das Jahr 2003, «als im Zuge der Schaffung der St. Galler Spitalverbunde das Wattwiler Spital kantonal wurde». Die roten Zahlen in den vergangen Jahren führten schliesslich dazu, dass dem Spital «der Stecker gezogen wurde». 
Die Berit Klinik Gruppe startet morgen Freitag als Hauptmieterin  – gemäss den vom Kanton erteilten Leistungsaufträgen – einen 24-Stunden-Notfallbetrieb mit Betten und führt die Alkoholkurzzeittherapie weiter. Zudem sollen eine ambulante Tagesklinik mit OP-Betrieb, ein Ärztezentrum mit Haus- und Spezialärzten sowie Spezialpflege sukzessive aufgebaut werden.
image
Leere Gänge im Spital Wattwil. (zvg)
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Ronald Alder

Kürzere Arbeitszeiten sind auch nicht die Lösung

Die Politik sieht das Gesundheitswesen unterm Kostenröhrenblick, die Gewerkschaften haben den Arbeitszeitenröhrenblick. Und so werden die wahren Probleme übersehen.

image

Hochspezialisierte Medizin: Warnschuss aus dem Thurgau

Die Kantonsregierung prüft den Austritt aus der Interkantonalen HSM-Vereinbarung. Und sie vermeldet den Unmut weiterer Kantone.

image

Klinik Hirslanden: Philippe Diserens neu im Management

Der Gesundheitsökonom übernimmt die Leitung des Performance Management.

image

Behandlungsrekord am Kantonsspital Baden

Mehr stationäre Patienten, eine Zunahme der ambulanten Konsultationen, weniger Notfälle – und mehr Benefits für die Angestellten.

image

KSGL: «Wir wollen üsärs Spital retten!»

Die Personalkommission des KSGL stellt sich hinter ihr Spital und kritisiert das Vorgehen des SBK.

image

Gewalt im Spital: Es betrifft nicht nur den Notfall

Und die Lage ist am Wochenende keineswegs besonders kritisch. Eine grosse Datenauswertung in den USA setzt neue Akzente.

Vom gleichen Autor

image

Kinderspital verschärft seinen Ton in Sachen Rad-WM

Das Kinderspital ist grundsätzlich verhandlungsbereit. Gibt es keine Änderungen will der Stiftungsratspräsident den Rekurs weiterziehen. Damit droht der Rad-WM das Aus.

image

Das WEF rechnet mit Umwälzungen in einem Viertel aller Jobs

Innerhalb von fünf Jahren sollen 69 Millionen neue Jobs in den Bereichen Gesundheit, Medien oder Bildung entstehen – aber 83 Millionen sollen verschwinden.

image

Das Kantonsspital Obwalden soll eine Tochter der Luks Gruppe werden

Das Kantonsspital Obwalden und die Luks Gruppe streben einen Spitalverbund an. Mit einer Absichtserklärung wurden die Rahmenbedingungen für eine künftige Verbundlösung geschaffen.